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Start am Samstag : Jeder Geldautomat zeigt nun die Gebühr an

Künftig wird beim Abheben an Geldautomaten angeziegt, welche Gebühr anfällt Bild: dpa

Wer bisher bei einer fremden Bank Geld abhebt, muss mit hohen Gebühren rechnen. Künftig muss das Automatendisplay anzeigen, welche Kosten entstehen. Und die Gebühren sinken: Im besten Fall zahlt man nun nur noch 1,95 Euro pro Transaktion.

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          Jedem ist es sicher schon einmal passiert: Man brauchte schnell Geld, und kein Automat der eigenen Bank war verfügbar. Also ging man zum nächstbesten Gerät. Die böse Überraschung kam dann später auf dem Kontoauszug. Gebühren von bis zu 10 Euro für einmal Abheben waren keine Seltenheit.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Damit ist nun Schluss. Vom diesem Samstag an gilt beim Abheben mit der landläufig „EC-Karte“ genannten Maestro-Karte im Inland ein neues Verfahren, das die Gebühren stark reduziert. Das Kartellamt hatte die hohen Gebühren als Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung angesehen. Gerade die Sparkassen sind mit ihrem weitverzweigten Automatennetz außerhalb der Städte manchmal der einzige Anbieter. Bei Abhebungen mit der Kreditkarte ändert sich nichts.

          Künftig muss der Geldautomat auf dem Display anzeigen, was das Abheben kostet. Damit weiß der Betroffene vorher, was ihn die Transaktion kostet. Falls sie ihm zu teuer ist, kann er notfalls abbrechen. Unangenehme Überraschungen auf dem Kontoauszug kann es dann nicht mehr geben. Bis Ende Juni reicht auch ein Aufkleber am Automat. Das will unter den großen Instituten aber nur die Commerzbank in Anspruch nehmen. Bisher waren Gebührenauskünfte freiwillig und nicht immer am Automaten zu finden.

          Sparkassen profitierten am meisten von hohen Gebühren

          Die neuen Gebühren sind deutlich niedriger als die alten und unabhängig vom abgehobenen Betrag. Aber sie sind sehr unterschiedlich, weil das Kartellamt keine einheitliche Höchstgebühr genehmigt hat. Zwischenzeitlich waren fünf Euro geplant, aber auf diese Schwelle konnten sich die Banken nicht einigen.

          Jetzt sind die privaten Banken die billigsten. Das ergab eine Umfrage der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und des Portals biallo.de unter führenden Banken und Sparkassen. Die Privaten haben sich intern auf eine Maximalgebühr von 1,95 Euro je Abhebung geeinigt. Darunter geht aber auch kein Institut. Gegenüber den durchschnittlich 5,64 Euro, die derzeit in der gesamten Finanzbranche von den Kunden verlangt werden, ist das ein kräftiger Preisrutsch. Die 1,95 Euro entsprechen in etwa den 4 D-Mark, auf die sich die Finanzbranche bis Ende der neunziger Jahre als Maximalgebühr geeinigt hatte.

          Dann kündigten die Sparkassen die Vereinbarung. Sie profitieren am meisten von hohen Gebühren, weil sie das größte Automatennetz haben. Kunden von Deutscher Bank, Commerzbank und den Direktbanken müssen daher vor allem bei ihnen abheben. Die Sparkassen-Kunden selbst finden hingegen fast immer einen Automaten der Sparkassen-Gruppe in ihrer Nähe. Für sie sind die Geräte kostenlos. Daher sind die Sparkassen auch künftig besonders teuer, wenn dort fremde Kunden Geld abheben.

          Die Kosten werden direkt vom Konto abgebucht

          Kostenlos sind auch weiter Abhebungen innerhalb des genossenschaftlichen Bankensektors, also bei Kunden der Volks- und Raiffeisen- oder Spardabanken. Auch Kunden der großen Privatbanken wie Deutsche und Commerzbank dürfen kostenlos die Automaten der anderen nutzen (Cash Group), das gilt ebenfalls unter den kleinen Privatinstituten wie SEB, Santander oder Targobank (Cash Pool).

          Gebühren werden also nur fällig, wenn der Kunde eines Finanzverbundes am Automaten eines anderen Verbundes abhebt. Die Kosten werden ihm direkt von seinem Konto abgebucht. Bisher berechneten die Banken untereinander manchmal mehr als 20 Euro. Diese Gebühr wurde von der Bank aber nicht immer voll an den Kunden weitergegeben.

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