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Starbucks und die Steuern : Wut am britischen Kaffeetisch

Starbucks-Filiale in London Bild: REUTERS

Die amerikanische Kaffeehauskette Starbucks nutzt in Großbritannien Steuervermeidungstricks. Die sind zwar legal, aber jetzt schlägt dem Konzern die Wut der Briten entgegen.

          2 Min.

          Was die amerikanische Kaffeehauskette Starbucks in Großbritannien dem Finanzamt serviert, schlägt den Briten auf den Magen. Das Unternehmen ist nicht nur in seinem Heimatmarkt Amerika, sondern auch in Großbritannien allgegenwärtig. Mehr als 700 Filialen hat Starbucks dort seit 1998 eröffnet und insgesamt umgerechnet mehr als 3 Milliarden Pfund (3,7Milliarden Euro) Umsatz erwirtschaftet. Aber in all den Jahren überwies die zweitgrößte Gastronomiekette der Welt dem britischen Fiskus ganze 8,6 Millionen Pfund an Gewinnsteuer. Seit drei Jahren fließt gar nichts mehr. Legale Steuervermeidungstricks, die viele multinationale Großkonzerne nutzen, machen es möglich.

          Marcus Theurer
          (theu.), Wirtschaft

          Jetzt schlägt Starbucks die Wut der Briten entgegen. Nachdem die Nachrichtenagentur Reuters in einer detaillierten Enthüllungsgeschichte die Steuerpraktiken von Starbucks publik machte, gerät das Unternehmen immer stärker unter Druck. Gleich zwei Parlamentsausschüsse nehmen den Fall zum Anlass, die Steuerspar-Modelle international tätiger Konzerne unter die Lupe zu nehmen. Bürgerrechtsbewegungen rufen zum Kundenboykott und zur Besetzung von Starbucks-Filialen auf. Die Eisenbahngesellschaft Crosscountry erwägt, keinen Starbucks-Kaffee mehr in ihren Zügen auszuschenken. Umfragen von Marktforschern deuten auf einen massiven Ansehensverlust der Marke in Großbritannien hin.

          Komplexe Gewinnverlagerungsmanöver

          Starbucks ist kein Einzelfall. Auch andere amerikanische Großunternehmen wie Google, Apple, Pfizer und Microsoft geraten in Europa immer wieder in die Kritik, weil sie mit komplexen Gewinnverlagerungsmanövern legale Steuerschlupflöcher ausnutzen. Länder wie Irland, die Niederlande, Luxemburg und die Schweiz bieten dazu in ihrem Steuerrecht bewusst Anreize, um Unternehmen anzulocken. So kauft der britische Ableger von Starbucks seine Kaffeebohnen von einer Konzernschwester im Schweizer Lausanne ein, deren Rösterei wiederum sitzt in Amsterdam. Ähnlich wie andere Konzerne nutzt Starbucks interne Lizenzzahlungen und Kredite zur Minimierung seiner Steuerzahlungen.

          Starbucks weist die Kritik zurück. „Wir wollen gute Steuerzahler sein“, sagte eine Sprecherin. Man nutze nur die legalen Möglichkeiten, die der Gesetzgeber biete. In Erklärungsnot ist das Unternehmen trotzdem. Denn während die britische Sparte in fast allen Jahren Verluste auswies, schilderten Starbucks-Manager Analysten und Investoren das Geschäft in Großbritannien immer wieder als Erfolgsgeschichte. Im Jahr 2008 etwa wies die britische Tochtergesellschaft einen Verlust von 26 Millionen Pfund aus. Dennoch bezeichnete Starbucks-Gründer Howard Schultz damals gegenüber Analysten das Großbritannien-Geschäft als vorbildlich für andere Märkte. Der damalige Chef der dauerhaft defizitären Niederlassung wurde befördert.

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