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Star Alliance : US Airways wird Mitglied in der Star Alliance

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Sprung an die Spitze - Wolfgang Mayrhuber Bild:

US Airways wird Mitglied in der Star Alliance, dem Luftfahrtbündnis der Lufthansa. Das werden die Vorstandsvorsitzenden und CEO der bisher 16 Mitgliedsgesellschaften am 30. Mai in New York beschließen.

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          US Airways wird Mitglied in der Star Alliance, dem Luftfahrtbündnis der Lufthansa. Das werden die Vorstandsvorsitzenden und CEO der bisher 16 Mitgliedsgesellschaften am 30. Mai in New York beschließen. Damit wird die Star Alliance, das größte Airline-System der Welt, neben dem Gründungsmitglied United Airlines ein zweites Mitglied aus den Vereinigten Staaten haben. US Airways und United arbeiten seit gut einem Jahr enger miteinander und führen auf bestimmten Routen Gemeinschaftsflüge unter gleicher Flugnummer (code sharing) durch. Ebenfalls in die Star Alliance integriert werden soll Air China, um künftig auch auf dem asiatischen Markt vertreten zu sein.

          Während US Airways gegenwärtig die siebtgrößte amerikanische Fluggesellschaft mit weltweit 200 Zielflughäfen ist, befindet sich die zweitgrößte amerikanische Fluggesellschaft, United Airlines, noch im Gläubigerschutz (Chapter 11), den US Airways vor einigen Tagen verlassen hat.

          Der designierte neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa und heutige stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Wolfgang Mayrhuber, sieht mit den zwei amerikanischen Gesellschaften in einem Airline-Bündnis keine Schwierigkeiten auf die Star Alliance zukommen, wie er in einem Gespräch mit dieser Zeitung sagte. Die regionalen Schwerpunkte beider Gesellschaften seien sehr unterschiedlich, und bei Streckenüberschneidungen könnten Lösungen gefunden werden, zumal sich United gerade in einem Reorganisationsprozeß befinde. Zudem sei auch United im Vorfeld selbstverständlich eingebunden worden und trage und begrüße diese Entscheidung.

          US Airways gilt als klassische Ostküsten-Gesellschaft. Dort liegen ihre Drehkreuze (Philadelphia, Pittsburgh und Charlotte), während die Anzahl der Verbindungen an die Westküste eher überschaubar ist (siehe auch Karte). Zudem gehört US Airways bislang keinem internationalen Netzwerk an und muß sich daher nicht aus bestehenden Partnerschaften lösen. In den Vereinigten Staaten gilt US Airways als eine Qualitätsfluggesellschaft, die im "Airline Quality Ranking" des Jahres 2002 den ersten Platz unter den amerikanischen Fluggesellschaften belegte. In diese Bewertung fließen Pünktlichkeit, der sichere Gepäcktransport oder die Häufigkeit von Kundenbeschwerden ein.

          Auch United, deren Überleben als Fluggesellschaft in der jetzigen Form noch nicht gesichert scheint, hat in den vergangenen Monaten deutliche Produktverbesserungen umgesetzt.

          Sollten die Bemühungen von Glenn F. Tilton, Chairman und President und Chief Executive Officer der UAL Corporation, nicht von Erfolg gekrönt sein und United endgültig in Konkurs gehen, gibt es, wie in Luftfahrtkreisen zu hören ist, schon erste finanzkräftige Interessenten, die aus der Konkursmasse einen Neustart wagen wollen. Ein Szenario, das Mayrhuber nicht kommentieren will. Allerdings gibt er zu erkennen, daß die Mitgliedschaft von United in der Star Alliance als eine Art "Rückversicherung" für das Unternehmen gesehen wird.

          Die Rolle von United

          Allerdings liegt der Wert von United in seinem sehr guten internationalen Netzwerk, wobei die Westküste und die von dort abgehenden Verbindungen nach Asien und den pazifischen Raum nicht nur wegen der Start- und Landerechte bedeutend sind. Auch über dem Nordatlantik, wo die Lufthansa derzeit ihren Partner kräftig unterstützt, ist United nach wie vor ein wichtiger Wettbewerber. Von den 1560 täglichen Flügen (550 Flugzeuge) starten rund 500 im wichtigsten Drehkreuz (Hub) in Chicago, weitere 400 in Denver und Washington DC. Von dort wird mit dem Partner Atlantic Coast auch die Ostküste bedient, die die Domäne von US Airways ist.

          Das belegen die Zahlen der Hubs von US Airways: Von Charlotte starten täglich 468 Flugzeuge, von Pittsburgh 400 und von Philadelphia 397, wobei hier der Anteil der internationalen Verbindungen am höchsten ist. Von dort starten auch die meisten Flüge nach Europa, wobei Frankfurt seit zwölf Jahren angeflogen wird. Weitere Zielflughäfen in Europa sind München, Amsterdam, London, Madrid, Manchester, Dublin, Shannon (Irland), Paris und Rom. Im Vergleich zu den Star-Alliance-Verbindungen von Amerika nach Europa eine eher kleine Auswahl.

          Neue Strecken der Lufthansa

          Hinzu kommt, daß die Lufthansa im Gegenzug ihre Engagement in Richtung Vereinigte Staaten selbst in der gegenwärtigen Krise ausbaut. Seit gut zwei Wochen steht Portland/Oregon auf dem Flugplan neben weiteren 16 anderen Zielflughäfen in den Vereinigten Staaten. Damit wurde der Nordwesten der Vereinigten Staaten zum ersten Mal mit einen Direktflug nach Europa erschlossen, was für die dort ansässigen Unternehmen wie Nike, Adidas oder Freightliner so wichtig war, daß sie zusammen mit anderen Unternehmen der Lufthansa einen Ticketabsatz im Wert von 10 Millionen Dollar garantiert haben.

          Daß sich diese Markterschließungsstrategie der Lufthansa in Amerika auch in Krisenzeiten bewährt, verdeutlicht die Auslastung der Flugzeuge von 80 Prozent über dem Nordatlantik. Dies ist ein Wert, der gegenwärtig von keiner anderen Gesellschaft in diesem Verkehrsgebiet erreicht wird. Gerade auf dem Nordatlantik geht die Lufthansa ganz neue Wege. Nachdem United die Verbindung von Düsseldorf in die Staaten eingestellt hat, eröffnete die Lufthansa im Mai 2002 eine Businessjet-Verbindung von Düsseldorf nach New York/Newark. Mit einer Bestuhlung von 48 Plätzen in der Business-Klasse wurde das Konzept, bei dem die Schweizer Privat Air das Flugzeug stellt, vom Markt gut aufgenommen. Deshalb folgt vom 19. Mai an nun eine zweite Strecke nach Chicago und eine weitere von München nach Newark.

          Hinzu kommt, daß auch Kanada mit Vancouver, Toronto und demnächst auch Montreal von Lufthansa mit Direktflügen bedient wird und dort ein Allianz-Partner mit Air Canada, gegenwärtig auch in einem Insolvenzverfahren, bereitsteht.

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