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Standort Deutschland : Ford investiert Millionen in Köln

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Ford baut um in Deutschland, nicht ab: Geschäftsführer Bernhard Mattes Bild: dpa

Das Kölner Werk des Autobauers Ford gilt als gesichert. Dort sollen künftig neue sparsame Motoren für Kleinwagen gebaut werden, kündigte das Unternehmen an. Ein Personalabbau in der Bundesrepublik sei zurzeit kein Thema.

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          Trotz der internationalen Absatzkrise der Autoindustrie hat der amerikanische Hersteller Ford die Zukunft seiner deutschen Werke in Köln und Saarlouis vorerst gesichert. In die Kölner Motorenproduktion, die zeitweise auf der Kippe stand, investiert Ford 200 Millionen Euro, wie aus Unternehmenskreisen bestätigt wird. Insgesamt wird der größte Teil der Arbeitsplätze der 24.000 Beschäftigten von Ford in Deutschland zunächst erhalten bleiben - auch wenn die Produktion des Unternehmens europaweit gekürzt werden muss.

          In dem Kölner Motorenwerk mit 770 Beschäftigten solle von 2011 an ein neuer umweltschonender Motor für Kleinwagen gebaut werden, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Ford Werke, Bernhard Mattes, in Köln. Geplant sei ein Volumen von 350.000 Einheiten im Jahr. Außerdem werden in Köln künftig Ford-Mondeo-Fahrzeuge auf umweltfreundliche Antriebe umgerüstet.

          Betriebsbedingte Kündigungen bis 2011 ausgeschlossen

          „Wir gehen davon aus, dass wir einen Großteil der Beschäftigung gesichert haben“, sagte Arbeitsdirektor Rainer Ludwig. Ford beschäftigt in Köln, wo dank Abwrackprämie Sonderschichten in der Fiesta-Produktion gefahren werden, 17.500 Mitarbeiter und in Saarlouis 6500. Die Entscheidung für die neue Fertigung in Köln war für den Erhalt des Motorenwerks notwendig. Denn bis 2010 läuft die V6-Motorenproduktion in Köln für den Markt in Amerika aus. Die Nachfrage ist schon jetzt kräftig zurückgegangen. In Spitzenzeiten gingen aus Köln 680.000 Motoren im Jahr nach Amerika, aktuell sind es nur 150.000. Eine Alternative wäre die Verlegung nach Rumänien gewesen. Auch das Werk in Saarlouis bleibt als Stammwerk für alle Modell-Varianten der kommenden Generationen des Ford Focus erhalten, verliert aber gleichzeitig auch zwei Modelle.

          Beruhigt aufatmen können die Beschäftigten deshalb nicht. Zwar sind betriebsbedingte Kündigungen bis 2011 vertraglich ausgeschlossen. Doch Ford passt seine Produktionskapazitäten angesichts des Absatzrückgangs im europäischen Automarkt, der im Februar um 18 Prozent schrumpfte, an die gesunkene Nachfrage an. Im Zuge dieses Umbaus könnten künftig auch Stellen in nicht beziffertem Umfang wegfallen. Insgesamt steht Ford aber besser da als seine beiden amerikanischen Konkurrenten General Motors und Chrysler, die staatliche Hilfe in Milliardenhöhe benötigen.

          Saarlouis erhält die Produktion des kommenden Ford Focus

          Ford geht jedoch davon aus, dass sich der Markt „aller Voraussicht nach auf absehbare Zeit nicht wesentlich erholen wird“. In Europa werde der Absatz von 17,5 Millionen auf 16 Millionen Autos schrumpfen. In Saarlouis etwa bedeutet dies, dass die Nachfrageschwäche durch die Fortsetzung von Kurzarbeit an 20 Tagen im ersten Halbjahr abgefedert wird. Zudem soll die Fertigung der Baureihen Ford Kuga und Ford C-Max in Saarlouis nach dem Auslaufen an diesem Standort nicht ersetzt werden. Ford hatte vor dem Hintergrund der Absatzschwäche schon die Verträge mit 600 Zeitarbeitern nicht verlängert und darüber hinaus Kosten in der Verwaltung reduziert.

          Im Gegenzug für den wegfallenden Ford Kuga erhält Saarlouis die Produktion des kommenden Ford Focus, inklusive einer Variante, die bisher in Valencia in Spanien produziert wurde. „Entsprechend der Nachfragesituation werden wir fortlaufend unseren Personalbestand am Standort Saarlouis überprüfen“, sagte Mattes. Es sei klargeworden, dass die bisher getroffenen Maßnahmen nicht ausgereicht hatten. Die Produktion wird auch in anderen Ländern Europas gekürzt. Im spanischen Valencia etwa, wo der Fiesta produziert wird, wird von Mai an von drei Schichten auf Zweischichtbetrieb umgestellt. Betroffen sind 1000 von 7000 Stellen. Auch dort wird wie in Köln als Ausgleich die Produktion eines neuen, sparsameren Motors aufgenommen.

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