https://www.faz.net/-gqe-rxs5

Stahl / Maschinenbau : Thyssen-Krupp gibt sich ambitioniert

  • Aktualisiert am

Auch ein Name für Stahl: Thyssen-Krupp Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Im abgelaufenen Quartal hat der Konzern die Markterwartungen übertroffen. Zudem hob Thyssen-Krupp sein mittelfristiges Gewinnziel an. Über die Amerika-Strategie soll bis Mai Klarheit herrschen.

          2 Min.

          Der Thyssen-Krupp-Konzern hat sein mittelfristiges Gewinnziel um 500 Millionen Euro auf zwei Milliarden Euro angehoben. Im abgelaufenen Geschäftsquartal erzielte das Unternehmen einen Vorsteuergewinn von über 400 Millionen Euro und übertraf damit die Markterwartungen.

          „Beim Ergebnis vor Steuern haben wir unser nachhaltiges Ziel von bisher 1,5 Milliarden Euro auf zwei Milliarden Euro erhöht“, erklärte Vorstandschef Ekkehard Schulz am Freitag vor Beginn der Hauptversammlung des Konzerns. Für das laufende Geschäftsjahr liege das Ziel aber weiter bei 1,5 Milliarden Euro.

          Wachstum auch durch Aquisitionen bleibt Ziel des Konzerns

          Thyssen-Krupp wolle zudem “mittelfristig einen Gesamtumsatz von 45 Milliarden Euro bis 50 Milliarden Euro erreichen“, bekräftigte er. Dies solle durch internes Wachstum, aber auch gezielte strategische Akquisitionen erreicht werden. Zuletzt hatte sich der Konzern aus dem Bieterwettstreit um den kanadischen Konkurrenten Dofasco zurückgezogen. Dofasco geht damit an den Luxemburger Stahlkonzern Arcelor.

          Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft vor Steuern und Anteilen Dritter (Ebt) lag im ersten Geschäftsquartal nach ersten Berechnungen bei über 400 Millionen Euro nach 473 Millionen Euro im Vergleichsquartal des Rekordjahres 2004/05, teilte der Düsseldorfer Konzern weiter mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt ein Ebt von 361 Millionen Euro prognostiziert. Der Umsatz legte den Angaben zufolge um 8,1 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro zu, der Auftragseingang stieg um 6,7 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro. Im seit Oktober laufenden Geschäftsjahr 2005/06 soll der Umsatz eine Größenordnung von 43 Milliarden Euro erreichen. “Thyssen-Krupp geht für 2005/06 von einer insgesamt positiven Geschäftsentwicklung aus“, bilanzierte der Konzern.

          Entscheidung für Amerika-Strategie bis Mai

          Schulz hatte bereits angekündigt, daß sich der Konzern nach dem Rückzug bei Dofasco noch im laufenden Jahr nach Alternativen für den nordamerikanischen Markt umsehen will. Thyssen-Krupp hatte mit einer Übernahme von Dofasco den Zugang zum nordamerikanischen Automobilmarkt verbessern wollen. Dofasco arbeitet dort eng mit japanischen Autobauern wie Honda zusammen. Davon profitiert nun Arcelor.

          Spätestens im Mai werde entscheiden, ob der Marktzugang jenseits des Atlantiks über eine Kooperation mit anderen Unternehmen oder den Neubau einer Fabrik geschehen soll, hatte Schulz angekündigt. Im Vorstand gebe es eine “gewisse Präferenz“ für einen Neubau. Beide Alternativen sollen jeweils deutlich weniger als drei Milliarden Euro kosten und damit weit unter dem Preis, den Thyssen-Krupp für Dofasco hätte zahlen müssen. Auch eine stärkere Zusammenarbeit mit der japanischen JFE, dem viertgrößten Stahlproduzenten der Welt, sei geplant.

          Vorbörslich lag die Thyssen-Krupp-Aktie auf der elektronischen Handelsplattform Instinet um 3,4 Prozent über dem Schlußkurs vom Donnerstag.

          Weitere Themen

          Was Kunden jetzt wissen müssen Video-Seite öffnen

          Nach VW-Urteil : Was Kunden jetzt wissen müssen

          Fast fünf Jahre nach Bekanntwerden des VW-Dieselskandals hat der Bundesgerichtshof sein Grundsatzurteil zu Schadenersatzklagen betroffener Autokäufer verkündet. Was bedeutet dieses konkret für die Kunden?

          Topmeldungen

          Milliardenhilfe : Gegenwind für die Lufthansa-Rettung

          Nach langen Verhandlungen einigen sich Bundesregierung und Lufthansa auf ein Rettungspaket aus Steuergeldern. Brüssel sagen die Pläne aber nicht zu. Kanzlerin Merkel will kämpfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.