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Spielzeug : Playmobil gewinnt mit Elektronik neue Kunden

Große Welt, ganz klein: Kinder stehen auf die mondgesichtigen Figuren Bild: Dieter Rüchel

Nach Lego ist Playmobil in Deutschland der zweitgrößte Anbieter von Spielwaren. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen Geobra Brandstätter erstmals die Umsatzmarke von 500 Millionen Euro übertroffen. Mit Elektronik sollen auch ältere Kinder begeistert werden. Und für Erwachsene gibt es Pflanzenkübel.

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          Die Rollenspielfiguren von Playmobil erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Zum elften Mal in Folge konnte Andrea Schauer, Geschäftsführerin der Unternehmensgruppe Geobra Brandstätter, Zirndorf bei Nürnberg, einen Umsatzzuwachs vermelden. Mit einer Steigerung von 7 Prozent auf 507 (Vorjahr: 474) Millionen Euro ist im vergangenen Jahr erstmals die Marke von 500 Millionen Euro übersprungen worden. „Der Zuwachs von 33 Millionen Euro bedeutet 400 Lastwagen Ware, die zusätzlich ausgeliefert wurde. Unser Zuwachs ist mehr als der Jahresumsatz manches Mitbewerbers“, illustrierte Schauer das Wachstumstempo.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Dabei ist Playmobil mit Ausnahme von Großbritannien international gewachsen. Deutschland lag mit einem Umsatzzuwachs von 7 Prozent im Trend der Entwicklung. Dass aus dem Handel heraus an die Kunden nur ein Zuwachs von 5 Prozent erreicht wurde, ändert nach Schauers Worten nichts daran, dass Playmobil auf Wachstumskurs bleibe. Mit dem verstärkten Einbau von Elektronik sei die Erweiterung des Nutzerkreises über das achte Lebensjahr hinaus gelungen.

          In diesem Jahr kommen mit der Spielwelt „Future Planet“ sehr futuristische und mit viel Elektronik versehene Produkte auf den Markt. Aber auch kleinere Kinder werden mit klassischen Serien wie Bauernhof oder Eiszeit und Piraten bedient. Playmobil ist im Inland mit 8 Prozent Marktanteil nach Lego der zweitgrößte Anbieter von Spielwaren. Für dauerhaftes Wachstum sei von Bedeutung, dass es Playmobil mit einem attraktiven Angebot in der Preislage von bis zu 25 Euro gelinge, das auf die Weihnachtszeit fokussierte Spielwarengeschäft zu entzerren. Gerade in den umsatzschwachen Monaten wachse Playmobil stärker als im Saisongeschäft. Wie bedeutend aber das Weihnachtsgeschäft bleibt, zeigt die Tatsache, dass der nur wenige Wochen lang angebotene Adventskalender von Playmobil zu den zwei umsatzstärksten Produkten des Jahres im gesamten Spielwarenhandel gehört. Insgesamt ist Playmobil unter den 50 meist verkauften Artikeln 10 mal vertreten.

          Andrea Schauer: Geschäftsführerin von Geobra Brandstätter
          Andrea Schauer: Geschäftsführerin von Geobra Brandstätter : Bild: Rainer Wohlfahrt

          Im Ausland – auf das mit 68 Prozent der größte Teil des Umsatzes entfällt – habe Playmobil seine Stellung in den großen Märkten wie Frankreich weiter ausbauen können. Darüber hinaus sei es gelungen, in den Märkten Skandinavien, Kanada und Mexiko Fuß zu fassen. Japan und Australien seine Märkte, die man demnächst aufbauen werde. Obwohl die Ankündigung neuer Konsolen für elektronische Spiele durch den japanischen Hersteller Nintendo in diesem Jahr für klassisches Spielzeug eher weniger Spielraum lassen wird, rechnet Schauer auch für 2011 für Playmobil mit einem Umsatzzuwachs im mittleren einstelligen Bereich. Da die Preise im Inland stabil bleiben und im Ausland nur um 1 Prozent zulegen sollen, muss der Zuwachs weitgehend über eine erhöhte Menge erreicht werden.

          Das Pflanzengefäßsystem Lechuza etabliert sich

          Einen Umsatzsprung von 24 Prozent verzeichnete im vergangenen Jahr die zum zweiten Standbein der Unternehmensgruppe heranwachsende Produktion von Pflanzgefäßen mit einem eigenen Bewässerungssystem. Mit der Marke Lechuza wurden 40,5 Millionen Euro umgesetzt nach 33 Millionen Euro im Vorjahr. Der Gruppenumsatz von Geobra Brandstätter, der auch noch den Umsatz des Freizeitparks in Zirndorf bei Nürnberg umfasst, belief sich auf 559 (Vorjahr 518) Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von knapp 8 Prozent.

          Die als „zufriedenstellend“ bezeichnete Ertragslage erlaube abermals Investitionen von 58 Millionen Euro, von denen ein großer Teil in den weiteren Ausbau des größten Standortes Dietenhofen bei Nürnberg geht. Dort wird der Maschinenpark um 80 auf 480 Spritzgussmaschinen und das Lager um 12 000 auf dann 95 000 Palettenplätze erweitert. Die Brandstätter-Gruppe beschäftigt 3250 Mitarbeiter; davon 1758 in Deutschland.

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