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Spielwaren : Trophäen für die jungen Jäger

Pferdchenparade: Die Filly-Pferdchen aus dem Hause Simba Bild: Simba Toys

Die Schlümpfe sind längst aus den Kinderzimmern verschwunden. Doch Mädchen und Jungen sammeln mehr Figuren denn je. Mini-Fabelwesen sind beliebte Tauschwaren.

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          Leaf ist die Schwester von Cordelia. Die wiederum ist mit Romeo verbandelt. Zusammen leben sie auf Amoria, der Insel der Romantik. Und dieses Eiland liegt nahe von Somnia, der Insel der Träume, wo Ashia und Sqeak mit ihren Kindern Gala und Luna das Leben genießen. Soweit die Verwandtschaftsverhältnisse und die Geografie aus dem Reich Crystalia. Für Eltern und Großeltern dürften die Beschreibungen wie von einem anderen Planeten klingen. Scharen von Mädchen im Grundschulalter kennen sich besser aus.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Sie wissen, dass von der Welt der Fillys – genauer der Filly-Unicorns, bunten Pferdchen und Einhörnern aus der Fertigung des fränkischen Spielwarenherstellers Simba Dickie – die Rede ist. Seit die Filly-Pferde im Jahr 2007 auf den Markt kamen, sind sie schnurstracks an die Spitze der Spielwaren-Sammelobjekte galoppiert. Nach Angaben der Marktforscher von Eurotoys wird aktuell keine andere Figurenserie in deutschen Kinderzimmern häufiger gesammelt als die Vierbeiner, die so bunt sind, als wären sie gerade einem Tuschkasten entsprungen.

          Das Zusammentragen von Kollektionen farbenfroher Phantasiewesen erlebt eine Renaissance in den Spielzimmern des Landes. Die Fillys und ihre Konkurrenten im Spielwarenhandel treten in die Spuren, die vor zwei Jahrzehnten die blauhäutigen Schlümpfe in der Branche hinterließen. Was mit den Plastikwerkern der Marke Playmobil aus dem Hause Geobra Brandstätter in den Jungenzimmern und mit den Schönheitsdiven namens Barbie von Mattel bei Mädchen zum Massenphänomen wurde, ist beliebt wie selten zuvor. „Grundsätzlich wird im Bereich Spielwaren gesammelt was das Zeug hält“, sagt Willy Fischel vom Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels. Das Spektrum reiche von Figuren in der „Taschengeldpreislage“ für deutlich weniger als 10 Euro bis hin zu hochwertigen Teddys und der klassischen Modelleisenbahn.

          Einhorn (links) trifft Pferd

          Das Überraschungsei-Prinzip

          Zur neuen Sammelwelle gehört auch, dass die Spielwarenhersteller das Überraschungsei-Prinzip für sich entdeckt haben. Was im Kern der nur wenige Euro teuren Packung steckt, erfährt der Käufer erst nach dem Öffnen. „Wenn ich vorher wüsste, was ich bekomme, wäre der Tauschanreiz weg“, sagt Isabel Weishar von Simba Dickie. Ist ein Fabeltier in einer Kinderzimmerherde doppelt, soll es nach Vorstellung der Hersteller unter Freunden gegen eine andere ersehnte Figur getauscht werden. Pferdchen und Püppchen sollen so zur Pausenhofwährung werden. Ein Prinzip mit Aussicht auf Erfolg, wie Eurotoys-Fachmann Alexander Weber erklärt: „Sammeln macht Kindern nur Spaß, wenn sie es gemeinsam machen.“ Auch Marktführer Lego setzt mittlerweile auf das Potential der undurchsichtigen Verpackungen. Von dem Klötzchenkonzern gibt es nicht mehr nur Polizeiwache, Flughafen und Raumschiff zum Zusammenbauen, sondern auch die Minifiguren. Das sind kleine Männchen, die auf jedem Lego-Stein fest stehen können. Aktuell ist die vierte Serie der Minifiguren im Handel. Sie umfasst 16 Charaktere vom Matrosen über das Kimono-Mädchen bis zum Gefahrengutbeauftragten.

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