https://www.faz.net/-gqe-bwn

Spielwaren : Trophäen für die jungen Jäger

„Es gibt immer mehr Unternehmen, die mit Sammelthemen in den Handel drängen“, räumt Marcel Dévény vom Spielwarenhersteller Spin Master ein. Auch der kanadische Konzern, den Dévény unter anderem mit kugeligen Zoobles-Sammelfiguren auf dem deutschen Markt etablieren will, ist hierzulande ein neuer Wettbewerber. Erst seit der Nürnberger Spielwarenmesse zu Jahresbeginn ist der Hersteller, der in den Vereinigten Staaten, in Frankreich und Großbritannien bereits zu den zehn umsatzstärksten Anbietern gehört, in Deutschland aktiv. „Bei einem Sammelthema kann man nicht davon ausgehen, dass Kinder zufällig ein Produkt sehen und dann kaufen“, sagt Dévény. Es genüge nicht, eine Reihe fabelhafter Wesen auf den Markt zu bringen, um junge Stammkunden zu gewinnen. Eine Geschichte gehöre dazu. Wie die Fillys von Simba Dickie durchleben deshalb auch die Zoobles aus dem Hause Spin Master den Alltag in verschiedensten Themenwelten ihrer Geheimnisinsel. „Ein Produktthema muss attraktiv sein, es muss Alltagssituationen aufgreifen, und das Spielelement muss für Kinder klar im Vordergrund stehen“, fasst Dévény zusammen. Auch eine Marketingkampagne mit Fernsehspots gehört dazu.

Sowohl Sammelobjekt als auch Spielzeug und Radiergummi

Mit den Fillys lief es anders. Erst kamen die Pferde, danach die Werbung und schließlich die Lizenzprodukte wie Sweatshirts, Kindertaschen und Bettwäsche. Bis heute gelten die Pferde in der Branche als Beispiel, dass Erfolg nicht immer planbar ist. Sogar Weishar räumt ein: „Um den Puls der Zeit wahrzunehmen, benötigt man Marktforschung und ein Quentchen Glück.“ Das hatte Simba Dickie. Die Hochphase der Fillys dauert schon länger, als es auf dem Markt für Sammelthemen üblich ist. Auch nach mehr als 25 Millionen verkauften Tierchen ist ein Abflauen der Nachfrage nicht zu erkennen, zumal jedes Jahr eine weitere Kollektion dazu kommt.

Spin Master hat indes eine Marktlücke für sich identifiziert. Unter der Marke Gomu vertreibt das Unternehmen nun auch in Deutschland Figuren, die sowohl Sammelobjekt als auch Spielzeug und Radiergummi sind. Die Idee hat Spin Master aus Australien übernommen und verbreitet sie nun rund um die Welt. „Die Radier-Minis sind in Japan und in den Vereinigten Staaten schon ein bedeutender Trend“, berichtet Dévény. Bis zum Jahresende sollen mehr als 100 verschiedene Radiergummis in den Formen von Pinguinen, Gitarren oder Miniautos erhältlich sein – darunter auch in kleiner Stückzahl geprägte Figuren, die durch ihren Seltenheitswert die Sammellust wecken sollen. Die Sammelserien stellen die Spielwarenhändler jedoch vor eine Herausforderung. Entweder die Händler stellen auch noch die letzte freie Ecke ihrer begrenzten Verkaufsfläche mit Figürchen voll oder sie setzen im Sortiment Schwerpunkte. Einzelhandelsfachleute raten den Inhabern, sich auf wenige Sammelthemen zu beschränken und die dafür groß zu präsentieren. Auch Marktforscher Weber warnt davor, dass das Sammelangebot unübersichtlich werden könnte: „Wenn zu viele verschiedene Themen erhältlich sind, reagieren Kinder irritiert. Dann besteht die Gefahr, dass Themen uncool werden.“

Weitere Themen

Siemens Energy mit verhaltenem Börsen-Debüt Video-Seite öffnen

Fokus nötig : Siemens Energy mit verhaltenem Börsen-Debüt

Die Siemens AG konzentriert sich nach der Abspaltung der Energie-Sparte mit den verbleibenden 240.000 Mitarbeitern auf ihre margenstarken Geschäfte mit der Automatisierung von Anlagen und ganzen Fabriken, auf digitale Gebäudetechnik und auf Züge. Der erste Aktienkurs von Siemens Energy wurde am Montag mit 22,01 Euro festgestellt.

Topmeldungen

Steuern des Präsidenten : Wie viel Geld hat Trump noch?

Donald Trump soll in den vergangenen Jahren kaum Steuern gezahlt haben. Finanziell gehe es ihm nicht gut, heißt es in einem Medienbericht. Er habe Hunderte Millionen Dollar Schulden – und es könnten noch mehr werden.
Gibt es in Belarus wirklich „Licht am Ende des Tunnels“, wie das Plakat erhofft?

Belarus : Sie prügeln Schwangere

Lukaschenka wollte die Proteste in Belarus nach alten Mustern niederschlagen. Er suchte nach Männern, die er einsperren kann. Nun stehen ihm weibliche Anführer gegenüber. Ein Gespräch mit der Historikerin Svetlana Babac.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.