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Spielwaren : Mattel kauft Lego-Nachahmer

Mattel verstärkt sich mit Bauklötzen. Bild: REUTERS

Bausteine mit Noppen gibt es nicht nur von Lego. Mattel, der größte Spielzeughersteller der Welt, übernimmt nun mit Mega Brands einen Rivalen des dänischen Herstellers.

          Steine mit Noppen sind das Markenzeichen von Lego. Mit diesen – überaus erfolgreichen – Bauklötzen hat es der dänischen Konzern bis auf Rang zwei unter den Spielwarenherstellern der Welt geschafft. Doch Noppensteine gibt es nicht nur von Lego. Und einer der Nachahmer der dänischen Steinchen gelangt nun in die Hände von Mattel, dem Produzenten der Barbie-Puppen und zugleich größten Spielzeugmacher der Welt. Wie der Konzern am Freitag im kalifornischen El Segundo mitteilte, übernimmt Mattel für 460 Millionen Dollar (335 Millionen Euro) den kanadischen Hersteller Mega Brands. Dessen erfolgreichstes Produkt sind die sogenannten Mega Bloks. Und die sehen den Lego-Steinen zum Verwechseln ähnlich, lassen sich bunt durcheinander gewürfelt mit Lego-Steinen zusammenbauen und sind streng genommen eine gute Nachahmung des Originals aus Dänemark.

          Lego-Steine haben Patentschutz längst verloren

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Zeiten, in denen Lego durch ein Patent vor Kopien geschützt war, sind lange vorbei. Zuletzt hatte der Europäische Gerichtshof im September 2010 entschieden, dass der Stein mit den runden Erhebungen auf der Oberseite und Röhrenformen im Inneren für sich genommen keine Marke ist und als solche auch nicht geschützt werden kann. Zuvor hatte sich in Deutschland der Bundesgerichtshof mehrfach mit den im Rechtsdeutsch als Klemmbausteinen bezeichneten Klötzchen befassen müssen. 2009 versagten die deutschen Richter dem Lego-Stein den Markenschutz.

          Durch die Vielzahl der Gerichtsentscheidungen wurde nicht nur für Mega Brands der Weg frei, mit Steinen, die nicht Lego heißen aber wie Lego aussehen, Geschäfte zu machen. Neben dem Anbieter aus Kanada gibt es Hersteller in China. Auch der Bobby-Car-Hersteller Big aus der Fürther Simba-Dickie-Gruppe hat unter dem Namen Play-Big Bloxx Klötzchen im Sortiment, die mit der Kleinkindreihe Lego Duplo konkurrieren. Und in der Zeit des Kalten Kriegs fanden sich in Osteuropa Nachahmer, die aber größte Mühe hatten in Bezug auf Farbgebung und Bruchsicherheit mit dem Lego-Original mithalten zu können. Die Marktmacht von Lego erreichte aber keiner der Herausforderer. Mega Brands rechnet damit, 2013 mit einem Umsatz von 405 Millionen Dollar ( 294 Millionen Euro)abgeschlossen zu haben, Lego bezifferte am Donnerstag seine Erlöse für das vergangene Jahr auf 3,4 Milliarden Euro.

          Für Mattel ist der Zukauf eine willkommene Gelegenheit, das Geschäft mit Produkten für Jungen zu stärken. „Das Spielen mit Bauklötzen ist beliebt, vielseitig und hat in den vergangenen drei Jahren mit am stärksten zugelegt“, sagte dann auch Mattel-Vorstandschef Bryan Stockton. Denn der Konzern verfügt über ein gut laufendes Sortiment für Mädchen. Es besteht im wesentlichen aus Puppen von Barbie über die zuletzt aufstrebenden Mädchen-Figuren der fiktiven Schule „Monster High“ bis zur jüngsten Reihe „Ever After High“, die sich an unterschiedliche Altersgruppen richten und 2013 abermals wuchs. Die Verkäufe im Jungen-Portfolio mit dem Hot Wheels- und Matchbox-Autos sanken im vergangenen Jahr indes um 8 Prozent.

          Mit Mega Brands hat Mattel indes einen nicht unbekannten Partner gefunden. Die beiden Konzerne hatten schon in der Vergangenheit kooperiert. Unter anderem kam im vergangenen Jahr eine Bausatz-Reihe zur Barbie-Welt auf den Markt, die Mega Brands als Lizenznehmer von Mattel produziert hat.

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