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Spielkonsole : Microsoft setzt für die Xbox auf die Geste

Gigantomanie: In den Messehallen von Los Angeles wird die neue Gestensteuerung für die Xbox 360 von Microsoft mit der Hilfe eines nachgebildeten meterhohen rotierenden Bildes eines Wohnzimmer demonstriert Bild: AP

Die Spielkonsole Xbox 360 von Microsoft hat sich bisher 40 Millionen Mal verkauft. Nun soll eine berührungslose Steuerung mit dem Namen „Kinect“ neuen Schub bringen.

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          Der amerikanische Softwarekonzern Microsoft hat kurz vor dem offiziellen Beginn der E3, der wichtigsten Videospiel-Messe der Welt, den endgültigen Namen und Details zur berührungslosen Gestensteuerung für die Xbox 360 vorgestellt. Das System, das bisher unter dem Entwicklungsnamen „Projekt Natal“ bekannt war, soll rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft, voraussichtlich also im Oktober, unter dem Namen Kinect auf den Markt kommen und mehr oder weniger sportliche Bewegungsspiele ermöglichen, ohne dabei einen sogenannten Controller in der Hand zu halten.

          Carsten Knop
          Herausgeber.

          Mit Hilfe von 70 Artisten der Zirkusgruppe Cirque du Soleil wurden in Los Angeles erste Episoden von Kinect-Spielen gezeigt, die die Nutzer mit ihrem Körpereinsatz vor der Kamera steuern. Kinect wird mit einem Video-Chat-Programm ausgeliefert und wird die Steuerung der Xbox-360-Menüs mit der Hilfe von Gesten erlauben. Die Xbox-360 wurde seit ihrer Markteinführung vor fünf Jahren auf der Welt bisher rund 40 Millionen Mal verkauft. Kinect soll den Lebenszyklus der Konsole nach den Erwartungen von Branchenfachleuten nun um weitere Jahre verlängern.

          Analysten gehen davon aus, dass Microsoft insgesamt bis zu 70 Millionen Xbox-360-Konsolen wird verkaufen können. Die Bewegungssteuerung soll nun vor allem auch Mütter und Väter, die Videospielen bisher skeptisch gegenüberstehen, von einem gemeinschaftlichen und vor allem harmlosen (Video-)Spielerlebnis überzeugen. Die Titel sollen also vor allem Xbox-Neulinge und unregelmäßige Spieler ansprechen. Sie erinnern in ihrer Grundidee an einige schon heute verfügbare Nintendo-Wii- und Sony-Eye-Toy-Spiele.

          Die Spiel-Software überträgt die mit der Kinect-Kamera eingefangenen Bewegungen der Spieler auf die Arme, Beine und den Rumpf eines sogenannten Avatars, also einer virtuellen Computerfigur. Lediglich die Bewegung einzelner Finger kann das System nicht erkennen. Zusammen mit Kinect will Microsoft nach den Informationen des Heise-Verlags auch eine neue Version der Xbox 360 auf den Markt bringen, die angeblich mit einer Festplatte mit einer Speicherkapazität von 250 Gigabyte und Wlan-Drahtlosinternet ausgestattet ist. In Los Angeles waren unter anderem Ausschnitte aus einem „Star-Wars“-Spiel von Lucas Arts zu sehen. Dazu gibt es in dem Spiel „Kinectimals“ die Möglichkeit, 20 virtuelle Haustiere zu streicheln. „Kinect Sports“ erinnert an „Wii Sports Resort“ und enthält Spiele wie Boxen, Volleyball, Tischtennis und Fußball. Im Abenteuer-Sportspiel „Kinect Adventures“ gilt es unter anderem, mit einem Boot einen wilden Fluss hinunterzusteuern.

          Preise wurden von Microsoft zur Vorstellung von Kinect noch nicht genannt, doch wird vermutet, dass die Kinect-Kamera auf dem amerikanischen Heimatmarkt 150 Dollar kosten könnte. Genauere Informationen hierzu erwarteten Fachleute auf der für Montag (Ortszeit) anberaumten offiziellen E3-Pressekonferenz von Microsoft.

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