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Maue Wirtschaftsaussicht : Covestro stoppt vorerst Milliardenprojekt

  • -Aktualisiert am

Markus Steilemann, designierter Vorstandsvorsitzender von Covestro, steht auf der Hauptversammlung des Kunstoffherstellers vor dem Logo. Bild: dpa

Der Spezialchemiekonzern will eine Kunststoffanlage für 1,5 Milliarden Euro in Amerika bauen. Doch das verzögert sich nun – aus mehreren Gründen.

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          Der Spezialchemiekonzern Covestro legt wegen mauer Konjunkturaussichten den Bau eines Kunststoffwerkes in Amerika auf Eis. Das im Oktober 2018 angestoßene Projekt soll 1,5 Milliarden Euro kosten und eigentlich bis zum Jahr 2024 fertig sein. Der Bau galt zu dem Zeitpunkt als größte Einzelinvestition in der Geschichte von Covestro. Nun wird aber nach Abschluss der derzeitigen Bauphase eine Pause von 18 bis 24 Monaten eingelegt. Das bestätigte ein Sprecher auf Anfrage, zunächst hatte das Branchenportal ICIS darüber berichtet.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Noch ist der Bau am größten amerikanischen Standort von Covestro im Industriepark von Baytown in Texas in einem frühen Stadium, weshalb sich die Kosten in einem noch überschaubaren Rahmen befinden. Der Sprecher betonte, Covestro stelle sicher, dass es das Projekt jederzeit wiederaufnehmen könnte.

          Autoflaute belastet das Geschäft

          In der Großanlage soll das Schaumstoff-Vorprodukt MDI herstellt werden, wenn das Werk fertig ist, mit einer Kapazität von 500.000 Tonnen im Jahr. Damit würde Covestro nach eigenen Angaben zum „führenden Anbieter in der Region“ werden. Die Branche erwartete steigende Nachfrage nach diesen Kunststoffen.

          Zuletzt war im Markt aber häufiger von Überproduktionen zu hören. Auch Covestro leidet wie viele Chemiekonzerne derzeit unter hohem Preisdruck – was auch an der weltwirtschaftlichen Entwicklung und dem Handelsstreit zwischen China und Amerika liegt. So ging zuletzt der Umsatz von Covestro um 15 Prozent, und das Ergebnis sogar um 70 Prozent zurück. Zwar sank die Nachfrage nicht besonders stark, dafür fielen aber die Preise.

          Hoher Preisdruck

          Der Aktienkurs von Covestro hat in den vergangenen zwei Jahren mehr als die Hälfte an Wert eingebüßt. Das Unternehmen hatte aber auch davor besonders gute Ergebnisse erzielt, was auch daran lag, dass Konkurrenten Lieferschwierigkeiten hatten.

          Mit Blick nach vorne ist Covestro-Chef Markus Steilemann vorsichtig. Gerade der Automobilsektor, für den die Chemiekonzerne als Hersteller von Vorprodukten ein wichtiger Zulieferer sind, werde noch stärker unter Druck geraten. „Wir werden einen deutlichen Stellenabbau dort sehen“, sagte Steilemann kürzlich auf einer Veranstaltung der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf. Das Umfeld werde auch für die Chemieindustrie schwieriger. Allerdings sieht der Covestro-Chef das Unternehmen nur kurzfristig unter Druck. Der langfristige Ausblick sei positiv.

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