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Nach Betrugsvorwürfen : Spezial-Einheit des Zolls durchleuchtet Grenke

  • Aktualisiert am

Die Grenke-Zentrale in Baden-Baden Bild: dpa

Die Geldwäsche-Spezialisten des Zolls gehen den Vorwürfen eines Leerverkäufers mit einer vertieften Analyse des Leasingunternehmens nach. Das Tagesgeschäft des M-Dax-Konzerns zeigt sich dabei robuster als erwartet.

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          Das Leasingunternehmen Grenke wird wegen der Attacke des britischen Investors Fraser Perring auch von einer Geldwäsche-Spezialeinheit des Zolls durchleuchtet. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegenüber Grenke habe die "Financial Intelligence Unit" (FIU) eine vertiefte Analyse bei dem Unternehmen aus Baden-Baden begonnen, erklärte das Bundesfinanzministerium auf eine schriftliche Anfrage der Grünen. Die Antwort, über die schon das „Handelsblatt“ berichtet hat, lag der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vor. 

          „Die FIU hat gegenwärtig acht Verdachtsmeldungen identifiziert, die in einem möglichen Zusammenhang mit den aktuell gegen Unternehmen der Grenke-Unternehmensgruppe erhobenen Vorwürfe stehen könnten“, hieß es in der Antwort des Finanzministeriums. Ob es diese Zusammenhänge gebe, könne noch nicht abschließend beantwortet werden. Fünf der acht Meldungen seien an die Strafverfolgungsbehörden abgegeben worden. Drei weitere Meldungen befänden sich bei der FIU in der Analyse. Die Finanzaufsicht Bafin hat ebenfalls eine Sonderprüfung begonnen. Perring wirft Grenke unter anderem Bilanzfälschung und Betrug vor und wettet gleichzeitig auf einen Kurssturz der im Nebenwerteindex M-Dax notierten Aktie. Grenke weist die Vorwürfe zurück.

          „Werden alles daran setzen, die unberechtigten Anschuldigen zu entkräften“

          Auf das Tagesgeschäft sieht das Leasingunternehmen durch den Angriff des britischen Investors derweil keine Auswirkungen. Im dritten Quartal habe das Neugeschäft in der Leasingsparte zwar 25 Prozent unterhalb des Niveaus aus dem Vorjahr gelegen, es habe sich aber besser entwickelt als vorhergesagt, teilte der Konzern am Freitag mit.

          „Dass sich unser Leasingneugeschäft trotz der COVID-19-Pandemie positiv entwickelt, ist ein starkes Zeichen“, sagte Grenke-Chefin Antje Leminsky. Dies stimme Grenke vor dem Hintergrund der Attacke von Perring positiv. „Wir werden weiterhin alles daransetzen, die unberechtigten Anschuldigungen zu entkräften.“

          Das Leasingneugeschäft lag im Zeitraum Juli bis September bei 518 Millionen Euro nach 687 Millionen Euro im dritten Quartal 2019. Grenke hatte eigentlich einen Rückgang um fast ein Drittel vorhergesagt. Beim Neugeschäftsvolumen handelt es sich um die Summe der Anschaffungskosten aller neu erworbenen Leasinggegenstände. Der Deckungsbeitrag, eine Kennziffer zur Beurteilung der Profitabilität, stieg auf 18,4 Prozent (Q3 2019: 17,1 Prozent).

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