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Lastwagen : MAN streicht 1800 Stellen

  • Aktualisiert am

Ein Mann poliert das Logo eines MAN-Lastwagens. Bild: dpa

Der Lastwagenhersteller MAN will seine Belegschaft um fast 2000 Mitarbeiter reduzieren. Auf betriebsbedingte Kündungen soll dabei verzichtet werden.

          Der Lastwagenbauer MAN streicht im Zuge seines Sparprogramms rund 1800 Arbeitsplätze. Rund 1400 Stellen seien in der Verwaltung betroffen und weitere 400 in der Produktion, teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Betriebsbedingte Kündigungen seien ebenso ausgeschlossen wie Standortschließungen. Für das Programm stellt sich MAN auf Aufwendungen im niedrigen dreistelligen Millionen-Bereich ein. Im Wesentlichen solle es durch Verzicht auf eine Nachbesetzung frei werdender Stellen, freiwillige Abfindungen sowie Altersteilzeit umgesetzt werden. Der MAN-Gesamtbetriebsrat erklärte, niemand müsse das Unternehmen unfreiwillig verlassen.

          Der Lastwagenbauer hatte zuvor die Mitarbeiter in Deutschland und Österreich bei Betriebsversammlungen über die Auswirkungen des Sparprogramms informiert. Bereits vorab war bekanntgeworden, dass rund 1000 bis 2000 Arbeitsplätze bei der Tochter des Volkswagen-Konzerns auf der Kippe stehen.

          Die Bezirksverbände der Gewerkschaft IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie Bayern zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden. "Betriebsbedingte Kündigungen sind durch den jetzt vereinbarten Umbau des MAN-Standortes Salzgitter vom Tisch", sagte der IG-Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Hartmut Meine. Niemand werde seinen Arbeitsplatz verlieren. "Andere Konzerne, die leichtfertig mit Entlassungen kalkulieren, sollten sich an dieser langfristigen Standort- und Beschäftigungssicherung ein Beispiel nehmen." Der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler sagte, da die geplanten Veränderungen "nicht zu Lasten der Beschäftigten" gingen, sei eine der "wichtigsten Forderungen" erfüllt.

          MAN hatte im März angekündigt, seinen Sparkurs in der Lastwagensparte zu verschärfen und auf den gesamten Konzern auszudehnen. Ursprünglich sollten die Kosten in der Sparte Truck & Bus bis 2017 um 600 Millionen Euro gedrückt werden. Weltweit beschäftigt MAN nach eigenen Angaben in der Sparte rund 36.000 Mitarbeiter, davon 20.000 in Deutschland. Größter Standort ist München mit rund 9200 Mitarbeitern. In Nürnberg sind 4300 Menschen beschäftigt, in Salzgitter 2500, im österreichischen Steyr 2400.

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