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Neuer Übungsstandort : Sparda-Bank gegen Bundeswehr

Um den Ernstfall zu trainieren braucht die Bundeswehr neue Übungsstandorte, Tannheim soll einer von ihnen werden. Bild: dpa

Schießlärm und Granatengetöse könnten bald die Genesung schwerkranker Kinder stören, denn die Bundeswehr plant einen neuen Übungsstandort. Für die Sparda-Bank ein Anlass, die eigenen Kunden zu mobilisieren.

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          Die Sparda-Bank versucht es gar nicht erst mit Zurückhaltung. „Keine militärischen Übungen in Tannheim!“ lautet die Betreffzeile der Bank, die per Mail sonst allenfalls einen neuen Kontoauszug ankündigt. Ein neuer Marketingtrick? Effekthascherei mit einem politischen Thema? Mitnichten. Wer die Mail öffnet, bekommt Kriegsgetöse quasi auf den PC geliefert. Tatsächlich setzt sich die Sparda-Bank Baden-Württemberg gegen einen geplanten Bundeswehrstandort ein und motiviert die eigenen Kunden, per Online-Petition ihren Unmut auszudrücken und Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer von ihren Plänen abzubringen.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          „Natürlich haben wir gar nichts gegen die Bundeswehr“, stellt Martin Hettich klar, der Vorstandschef der Sparda-Bank Baden-Württemberg. Die passenden Fragen und Kommentare sind natürlich sofort bei ihm eingegangen, nachdem die Sparda-Bank diese Mail in 190.000 Kunden-Postfächer verbreitet hat. Aber die Zahl der Kunden, die staatszersetzende Tendenzen bei ihrer Genossenschaftsbank vermuteten, kann der Bank-Chef an einer Hand abzählen. Ganz eindrucksvoll seien die positiven Reaktionen unmittelbar nach dem Mail-Versand gewesen, berichtet Hettich: „Danach sind die Unterstützungszahlen für die Petition sprunghaft angestiegen.“

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