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Spanien : Ex-Caja-Chef Blesa tot aufgefunden

Miguel Blesa Bild: AP

Miguel Blesa war einer der bekanntesten Bankiers Spaniens. Er war in den Skandal um schwarze Kreditkarten verwickelt.

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          Am Mittwoch fand man Miguel Blesa tot in seinem Jagdhaus bei Córdoba. Die spanische Presse vermutet wegen eines Schusses in die Brust Selbstmord.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Der 69 Jahre alte Vertraute des früheren konservativen Ministerpräsidenten José María Aznar war im Februar wegen der Nutzung von „schwarzen Kreditkarten“ zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Blesa hatte sie als langjähriger Chef der Sparkassenkette Caja Madrid ausgeben lassen und auch selbst ausgiebig genutzt: In einer Nacht hatte er im Ritz-Hotel der spanischen Hauptstadt 9000 Euro damit ausgegeben.

          Insgesamt sollen es mehr als 400.000 Euro gewesen. In der Affäre um die Kreditkarten, die an insgesamt 65 Manager und Aufsichtsräte ausgegeben worden waren, war auch der einstige spanische Wirtschaftsminister und ehemalige IWF-Chef Rodrigo Rato zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Die Karten konnten für persönliche Zwecke eingesetzt werden. Mehr als 15 Millionen Euro wurden damit ausgegeben.

          Blesa stand der Caja Madrid von 1996 bis Ende 2009 vor. Sie war am Ende so heruntergewirtschaftet, dass sie mit sechs maroden Geldinstituten zur Bankia-Bank fusioniert, am Ende verstaatlicht und mit 22 Milliarden Euro gerettet werden musste – fast wäre damals das spanische Bankensystem zusammengebrochen. Blesa musste zuvor schon zweimal in Untersuchungshaft, 2013 für zwei Wochen. Unter anderem war ihm vorgeworfen worden, beim Kauf einer Bank in Florida zu viel bezahlt und sich selbst bereichert zu haben. Die Zeitung „El País“ bezeichnete Blesa wegen seines einst großen Einflusses in der konservativen Partei als Bankier Aznars.

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