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Sozialunternehmerin : Lieber cool als CEO

  • -Aktualisiert am

Saskia Bruysten, „Co-Gründer und CEO von Yunus Social Business“. Die Zentrale hat sie in Frankfurt, wo dieses Foto entstand. Bild: Helmut Fricke

Saskia Bruysten war eine erfolgreiche Unternehmensberaterin, dann hat sie ihre Karriere hingeschmissen - um Gutes zu tun. Heute ist sie soziale Investorin und Vorbild für die Generation Y.

          Wer sagt, dass Weltverbesserer im permanenten Kampf gegen die bösen Konzerne und Kapitalisten stehen müssen? Wäre es nicht klüger, diese zu Komplizen zu machen, um die Probleme der Menschheit zu lösen? So ticken Leute wie Bill Gates, so denkt auch Saskia Bruysten: „Der Kapitalismus kann eine tolle Rolle zum Wohle der Menschheit spielen“, sagt die junge Frau, eine Schönheit von Managerin, angetreten mit der Mission, die Welt besser zu machen. Da sie ahnt, dass die Wirtschaft nicht von allein alles Übel aus der Welt schafft, braucht es Impulse. Die setzt Saskia Bruysten mit Geld. Womit auch sonst?

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Yunus Social Business“, abgekürzt YSB, heißt ihre Firma, Namensgeber und Mitinhaber ist ihr Idol, der Nobelpreisträger Muhammad Yunus, der von Bangladesch aus mit der Idee für Mikrokredite Weltruhm erlangte. Bruysten, 35, ist „Co-Gründer und CEO“. Die Idee des Gespanns: Wir lösen die Probleme der Gesellschaft mit dem Handwerkszeug des Managers. Nichts geht über Effizienz. Auch im Einsatz gegen Hunger, Kriege, Umweltzerstörung.

          Vor allem in Schwellenländern aktiv

          Saskia Bruysten – kanadische Mutter, deutscher Vater, holländischer Lebensgefährte, aktueller Erstwohnsitz Berlin – ist so etwas wie ein Finanzinvestor für die Guten, ein „Venture-Capitalist“ auf der Suche nach Start-ups, deren Idee Rendite abwirft und darüber hinaus hilft, gesellschaftliche Probleme zu lösen. Im Silicon Valley, dem Zentrum dieses Gewerbes, schauen die Investoren: Wo ist das nächste große Ding? Bruysten besteht auf einem Mehrwert: „Die Menschheit hat dringendere Probleme als die nächste Foto-Sharing-App für Teenager.“

          Nobelpreisträger Muhammad Yunus, Idol und Geschäftspartner von Saskia Bruysten

          Ihre Lieblinge sind Pioniere wie der Mann in Uganda, der Hightech auf Schuldächer packt, die das Wasser filtern: Der Gründer wird damit womöglich reich, die Kinder haben sauberes Trinkwasser, und Saskia Bruysten bekommt irgendwann das geborgte Geld zurück. Win-win-win. So hat sie es gerne.

          In sieben Weltregionen ist ihre 2011 gegründete Firma aktiv, vor allem in Schwellenländern. 35 Jungunternehmen, in ihrem Slang „Social Businesses“, hat Bruysten direkt finanziert, jeweils mit bis zu einer halben Million Euro Startkapital. Nicht alles Geld sieht sie wieder, die Flop-Quote von gewöhnlichen Start-ups liegt bei 80 Prozent. „Wir schlagen uns besser“, sagt Bruysten. Das ist ihr wichtig. Schließlich mache sie „Social Business, keine Charity“. Und das ist ein himmelweiter Unterschied. Als „Early-Stage-Investor“ verteilt sie keine Almosen, das Geschäft muss sich rechnen: „Viele unserer Portfolio-Firmen sind profitabel, wir selbst arbeiten daran, planen für 2020 Break Even.“

          Ihr Antrieb war nicht das hohe Gehalt

          Ja, das Business-Vokabular hat die Frau drauf: Manager, die sich „auf die Key Messages fokussieren“, sind ihr Metier, der „Social Return“ ist wichtig, „Skalierbarkeit und „Disruption“ ebenso. Das Schöne daran: Saskia Bruysten hat, wenn sie so redet, diese leichte Ironie im Blick. Sie hat ihre Lektion gelernt auf den Business Schools der Welt, hat als Unternehmensberaterin den täglichen Powerpoint-Irrsinn überstanden.

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