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Sonderflugplan: Am Donnerstag fallen 136 Flüge aus : Lufthansa streicht 10 Prozent ihrer Europaflüge

  • Aktualisiert am

Ausfälle werden häufiger Bild: dpa

Der Lufthansa-Streik beeinträchtigt den Betrieb immer mehr. Das Unternehmen streicht in den kommenden Tagen 10 Prozent seiner innereuropäischen Flüge und veröffentlichte einen Sonderflugplan. Am Mittwoch fielen etwa 4 Prozent der Tagesleistung aus.

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          Der Streik bei der Lufthansa beeinträchtigt den Betrieb bei der größten deutschen Fluggesellschaft immer mehr. Das Unternehmen streicht in den kommenden Tagen etwa 10 Prozent ihrer innereuropäischen Flüge und veröffentlichte einen Sonderflugplan. Damit soll Fluggästen ein stabiler Betrieb gewährleistet werden, wie die Lufthansa am Mittwoch mitteilte. Wegen des Ausstandes der Gewerkschaft Verdi musste das Unternehmen am Mittwoch bereits 82 Flüge oder 4 Prozent der Tagesleistung streichen, davon waren 12 Interkontinentalverbindungen.

          Der Sonderflugplan gilt von Donnerstag bis einschließlich Montag. „Was danach passiert, wäre jetzt Spekulation“, sagte Sprecher Jan Bärwalde. Es sind demnach vor allem hochfrequentierte Routen betroffen, auf denen Passagiere auf andere Lufthansa-Flüge oder Partnergesellschaften umgebucht werden können.

          Donnerstag: 28 Langstreckenflüge gestrichen

          Am Donnerstag sollen insgesamt 136 Flüge ausfallen, was laut Lufthansa rund 7 Prozent des Gesamtangebotes entspricht. 28 der Flüge sind Interkontinentalverbindungen. Am stärksten ist das Drehkreuz Frankfurt mit zwölf Abflügen betroffen, in München und Düsseldorf entfällt jeweils ein Start, wie das Unternehmen mitteilte. Auch die Rückflüge entfallen. Die meisten der Flüge waren für Ziele in Amerika und Asien geplant.

          Am dritten Streiktag setzte Verdi ihre Aktionen an allen Lufthansa-Standorten in Deutschland fort. Bei einer Veranstaltung von rund 2.000 Streikenden vor dem Hauptsitz der Lufthansa in Frankfurt, an der laut der Gewerkschaft auch Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber als Zaungast teilnahm, machte Verdi-Verhandlungsführer Erhard Ott eine Rückkehr an den Verhandlungstisch erneut von einem verbesserten Angebot des Unternehmens abhängig.

          Finanzvorstand Stephan Gemkow sagte zu dem Stand des Tarifkonflikts, es herrsche Funkstille. „Die Gewerkschaften sind derzeit nicht bereit, mit uns zu reden“, betonte er. Es wäre unverantwortlich, jetzt tabellarische Lohnsteigerungen von 10 Prozent zu zementieren. Die Lufthansa sei aber bereit, über Ergebnisbeteiligung zu sprechen.
          Der Bundesverband der Deutschen Industrie rief Verdi zum Maßhalten und zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Die explodierenden Treibstoffkosten gefährdeten ohnehin das Wachstum der Branche.

          Die Kosten des Ausstands sind nach Gemkows Angaben noch nicht abzuschätzen. Klar sei nur: „Es ist teuer.“ Mayrhuber warnte vor „noch nicht absehbaren Auswirkungen möglicher weiterer Streikaktionen und Kostenbelastungen aus den laufenden Tarifverhandlungen“.

          Hälfte der Fracht mit Passagierflugzeugen

          Die meisten der am Mittwoch annullierten Flüge betrafen wie bereits am Dienstag innerdeutsche und europäische Strecken, wie Lufthansa-Sprecherin Amelie Lorenz sagte. Am dritten Streiktag fielen nun aber auch Hin- und Rückflüge von Frankfurt nach New York, Dallas, Calcutta in Indien, Dubai und Calgary in Kanada sowie von München nach Chicago aus.

          Im Frachtverkehr kam es laut Sprecher Nils Haupt zu Verzögerungen. Rund die Hälfte des Frachtaufkommens von rund 20.000 Tonnen pro Woche wird nach seinen Worten von Passagiermaschinen transportiert. Dem Unternehmen zufolge wurden Frachtsendungen teilweise auf andere Maschinen umgebucht oder mit Lastwagen transportiert. Die eigenen Cargo-Maschinen hoben aber alle normal ab.

          Ver.di fordert für die rund 50.000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine 9,8 Prozent mehr Geld für ein Jahr. Die Lufthansa hat 7,7 Prozent für 21 Monate inklusive einer Einmalzahlung angeboten. An dem Ausstand beteiligten sich zunächst nur Angehörige des Bodenpersonals in der Technik, im Catering und im Cargobereich. Hier sind nach Schätzungen rund 50 Prozent der Mitarbeiter bei ver.di organisiert. Beim Kabinenpersonal sind dagegen nur 15 Prozent Verdi-Mitglieder.

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