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Solarenergie : Der Sonne entgegen

Solarworld-Fabrik in Freiberg, Sachsen Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Der Markt für Solaranlagen wird in den kommenden Jahren kräftig wachsen, sagen Analysten. Davon will Deutschlands umsatzstärkstes Solarunternehmen Solarworld profitieren. Die geplante Neuwahl läßt die Anleger kalt.

          Günstiger könnte das Umfeld für die Energie aus der Sonne kaum sein. Die Öl- und Gaspreise sind steil auf dem Weg nach oben; Umweltschützer warnen immer lauter vor den Folgen steigender Emissionen für das Weltklima; die großen Versicherer rufen nach erneuerbaren Energien, weil sie wachsende Schäden durch Wirbelstürme und andere Naturkatastrophen befürchten. Und im Gegensatz zu den Windrädern halten solarbestückte Hausdächer sogar dem strengen Blick der Landschaftsschützer stand.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Nebenbei ist die Solarenergie eine der wenigen Branchen, in denen Deutschland noch von sich behaupten darf, weltweiter Technologieführer zu sein. Einschließlich der Zulieferunternehmen, des Handels und der Installationsfirmen, welche die fertigen Anlagen montieren, sichert die Sparte schon rund zwanzigtausend Arbeitsplätze.

          Förderung wird so schnell nicht versiegen

          Das sind Ausgangsbedingungen, an denen nach Meinung der Börse auch eine unionsgeführte Bundesregierung kaum vorbeikommen wird. Das planmäßige Scheitern der Vertrauensfrage des Bundeskanzlers am Freitag hat die Laune der Anleger jedenfalls nicht nennenswert getrübt. Solaraktien wie die Papiere der Solarworld AG scheinen schon seit Monaten nur eine Richtung zu kennen: nach oben, der Sonne entgegen.

          Erst 0,1 Prozent des Stroms stammen in Deutschland aus Solarzellen, dagegen rund 6 Prozent aus Windkraft. Auch die Großen der Branche zählen offenbar darauf, daß die Förderung, welche Rot-Grün im Jahr 2000 mit dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) auf den Weg gebracht hat, nach einem Regierungswechsel nicht einfach versiegen wird. So hat Shell gerade angekündigt, in Bayern die größte Solaranlage der Welt zu bauen (Shell baut weltgrößte Solaranlage in Bayern). Auch General Electric oder Sharp investieren Milliarden in die Photovoltaik.

          Jährliche Zuwächse von 25 Prozent

          Selbst die Trockenheit in Frankreich und Spanien nährt die Phantasie. Wo Atommeiler zurückgefahren werden müssen, weil die Sonne das Kühlwasser versiegen läßt, gedeihen fast zwangsläufig neue Pläne für Kraftwerke, die ihre Energie aus der Sonne beziehen. Die Landesbank Rheinland-Pfalz rechnet in den kommenden fünf Jahren mit jährlichen Zuwächsen des weltweiten Marktes für Solaranlagen von durchschnittlich 25 Prozent. Davon will sich Deutschlands umsatzstärkstes Solarunternehmen, die Bonner Solarworld, ein gutes Stück abschneiden.

          "Im Jahr 2010 werden wir die Umsatzmilliarde knacken", sagte Vorstandschef Frank Asbeck der F.A.Z. Unrealistisch ist das nicht. Schon für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzzuwachs um vierzig Prozent auf mehr als 280 Millionen Euro, und für 2006 prognostiziert Asbeck bereits heute ein Wachstum "in ähnlicher Größenordnung". Die Vorhersage fällt ihm leicht, weil die Produktion schon bis September 2006 vollständig ausverkauft sei.

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