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Sohn ins Machtzentrum beordert : Murdoch bastelt an Nachfolge

  • Aktualisiert am

James Murdoch steigt auf Bild: dpa

Der 80-jährige Medienmogul Rupert Murdoch regelt seine Nachfolge. Sein Sohn James steigt zur Nummer drei in Murdochs Medienkonzern News Corp. auf. Der 38-Jährige arbeitet als einziger der vier erwachsenen Murdoch-Kinder im Medienimperium seines Vaters. Er gilt bereits seit einigen Jahren als wahrscheinlicher Kronprinz.

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          Der Medienmogul Rupert Murdoch stellt die Weichen für seine Nachfolge. Der 80-Jährige zieht seinen 38-jährigen Sohn James aus London ab und setzt ihn im New Yorker Schaltzentrum seines Firmenimperiums auf einen führenden Posten. Der in Murdochs Konzern News Corp großgewordene Sprössling wird dort Stellvertreter des für das Tagesgeschäft zuständigen Vorstands (COO) Chase Carey, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Zugleich soll James weiter für das internationale News Corp-Geschäft verantwortlich sein.

          Die Branche wartet mit Spannung auf Hinweise darauf, an wen Rupert die Zügel übergeben wird. Es gilt als wahrscheinlich, dass der Firmenpatriarch dafür eines seiner Kinder auswählt. Zuletzt hatte er seine Tochter Liz enger an sich gebunden. So übernimmt News Corp deren britische TV-Produktionsfirma Shine für rund 673 Millionen Dollar. Nach Abschluss der Transaktion soll Liz Murdoch ins Konzerndirektorium aufrücken, wo sie ebenfalls direkt COO Carey unterstellt ist. Murdochs älterer Sohn Lachlan gehört dem Gremium ebenfalls an, hat sich aber bereits 2005 aus dem operativen Geschäft zurückgezogen.

          James Murdoch arbeitet bereits seit mehr als 15 Jahren in verschiedenen Funktionen im Konzern seines Vaters. Er trieb die internationale Expansion aggressiv voran, insbesondere in Großbritannien. Dort erwarb er sich Meriten, geriet zugleich aber auch heftig unter Beschuss. Für Aufsehen sorgte etwa seine Attacke auf den staatlichen Sender BBC, dem er in einer Rede auf einer großen Branchenveranstaltung gebührenfinanzierte Wettbewerbsverzerrung vorwarf.

          Starke Proteste provozieren zudem News Corps Pläne, den Satellitensender BSkyB komplett zu übernehmen, dessen Chef James früher war. Konkurrierende Medienfirmen halten den politischen Einfluss der Murdochs für zu stark. Zusätzlichen Zündstoff bietet ein Abhörskandal um Murdochs Boulevardblatt „News of the World“. Prominente wie die Schauspielerin Sienna Miller verklagten die Zeitung, weil diese Lauschangriffe auf ihre Handys unternommen habe. James Murdoch wird ein falscher Umgang mit der Affäre vorgeworfen, die zuletzt auch den Sprecher von Premierminister David Cameron den Job kostete. Der Sprecher war früher Chefredakteur des Murdoch-Blattes gewesen.

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