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Softwarekonzern : SAP baut rund 3000 Stellen ab

  • Aktualisiert am

SAP geht von einem schwierigen Jahr 2009 aus Bild: AP

Europas größtes Softwareunternehmen SAP baut erstmals in seiner Geschichte Arbeitsplätze ab. Weltweit solle die Stellenzahl bis Jahresende auf 48.500 sinken. In Deutschland seien maximal 4 Prozent der Stellen betroffen, das wären etwa 620 Arbeitsplätze.

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          Europas größtes Softwareunternehmen SAP baut wegen der globalen Wirtschaftskrise erstmals in seiner Geschichte Arbeitsplätze ab. Wie die Firmenchefs Henning Kagermann und Léo Apotheker am Mittwoch in Frankfurt mitteilten, soll bis zum Jahresende die Zahl Mitarbeiter um rund 3.000 auf 48.500 zurückgehen.

          In Deutschland seien maximal 4 Prozent der Stellen betroffen, das wären etwa 620 Arbeitsplätze. SAP vermeldete für 2008 einen Rückgang des Gewinns um 2 Prozent auf 1,89 Milliarden Euro. Allerdings stieg das Konzernergebnis im vierten Quartal um 13 Prozent.

          Kagermann: „Wir haben eine globale Rezession“

          SAP will den Stellenabbau soweit möglich durch die natürliche Fluktuation und einen rigiden Einstellungsstopp bewältigen. Der scheidende Vorstandschef Henning Kagermann schloss bei der der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt am Main aber auch betriebsbedingte Kündigungen in einzelnen Fällen nicht aus. „Wir haben eine globale Rezession“, sagte er.

          Co-Vorstandschef Léo Apotheker, der im Mai nach dem Ausscheiden von Kagermann alleiniger Chef von SAP werden soll, erklärte, das Unternehmen müsse sich an das grundlegend veränderte Marktumfeld anpassen. Es sei gut aufgestellt und solle „aus der Krise als stärkeres Unternehmen hervorgehen“. SAP sei „hinter Google und Apple die am schnellsten wachsende Marke in der IT-Branche“, sagte Apotheker. Er sei zuversichtlich, die starke Position im Weltmarkt auch in der Wirtschaftskrise ausbauen zu können.

          Marktbedingungen bleiben schwierig

          Im Herbst hatte SAP von einem Einbruch im Softwaregeschäft berichtet und ein erstes Sparprogramm aufgelegt. Das Betriebsergebnis vor Steuern stieg im vergangenen Jahr vorläufigen Zahlen zufolge um 4 Prozent auf 2,84 Milliarden Euro an. Die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse seien im Jahr 2008 um 14 Prozent auf 8,46 Milliarden Euro geklettert. Der Umsatz legte um 13 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro zu.

          Kagermann sagte, dass Unternehmen habe 2008 mit einem guten Ergebnis abgeschlossen. Man habe rechtzeitig die strategischen Entscheidungen getroffen. Hätte man nicht entsprechend reagiert sehe das Ergebnis anders aus. „SAP erwartet, dass die Marktbedingungen für das Jahr 2009 schwierig bleiben“, erklärten beide Vorstandschefs. Eine konkrete Prognose sei für das laufende Geschäftsjahr nicht möglich, „weil wir auf Sicht fahren“, sagte Kagermann.

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