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Deutscher Software-Konzern : Hasso Plattner macht als SAP-Aufsichtsratschef weiter

Hasso Plattner, Vorsitzender des Aufsichtsrats beim Softwarekonzern SAP Bild: dpa

Der letzte noch amtierende Mitgründer des Software-Konzerns will sich im kommenden Jahr für den Posten als Chefkontrolleur zur Wiederwahl stellen. Aktionärsvertreter hatten zuvor einen Wechsel gefordert.

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          SAP-Mitbegründer Hasso Plattner will seine Amtszeit als Aufsichtsratsvorsitzender noch einmal verlängern. „Ich werde im Jahr 2022 – wenn meine aktuelle verkürzte Wahlperiode ausläuft – noch ein letztes Mal zur Wiederwahl für zwei weitere Jahre antreten", sagte er am Mittwoch auf der virtuellen Hauptversammlung des Konzerns. Der Siebenundsiebzigjährige hat wie im Vorjahr das Aktionärstreffen nicht geleitet,  sondern war lediglich aus seiner Wahlheimat Kalifornien zugeschaltet.

          Bernd Freytag
          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.

          Er wolle ein persönliches Thema erörtern, auf das er in letzter Zeit immer öfter angesprochen werde, sagte er zum Schluss seiner Videobotschaft. Er habe das Unternehmen mit einer Handvoll Kollegen aus dem Nichts gegründet und als Vorstand und Aufsichtsrat über viele Jahre zu einem Weltunternehmen geformt.

          Nun sei er als letzter der Gründer noch im Amt und er sehe es als seine Aufgabe an, SAP in der kritischen Phase der Transformation hin zu einem Cloudunternehmen zu begleiten. Es gehe ihm darum, Stabilität zu gewährleisten und Unruhen durch weitere Führungswechsel während der Transformation zu vermeiden.

          Aktionärsvertreter fordern Wechsel

          Etliche Aktionärsvertreter hatten vor dem Treffen einen Wechsel, zumindest aber Klarheit über die weiteren Pläne Plattners gefordert. Markus Golinski etwa von der genossenschaftlichen Fondsgesellschaft Union Investment sagte, der längst überfällige Wandel sei  so anspruchsvoll und tiefgreifend, „dass an einer langfristigen Nachfolgelösung kein Weg mehr vorbeiführt.“ Vorstandschef Christian Klein brauche einen Aufsichtsratschef, der ihn über die gesamte Transitionsphase begleiten könne. 

          Ähnliche Töne kamen  von der Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka. „Es wird Zeit, den Staffelstab des Aufsichtsratsvorsitzenden zu übergeben. Wir fordern daher eine nachvollziehbare Nachfolgeregelung für Hasso Plattner uns eine Verjüngung des Aufsichtsrates“, sagt Deka-Vertreter Ingo Speich.

          Der Angesprochene, der als „Chief Software Advisor“ bis heute weit mehr ist als „nur“ noch der oberster Kontrolleur, antwortete auf seine eigene Art. Er werde die Weichen stellen, sagte er, „aber auf meine Weise“ – „bedacht und mit Herzblut“. Weil er keine „lame duck“, also eine lahme Ente, sein wolle, werde er die Aktionäre mindestens sechs Monate vor seiner letzten Hauptversammlung über seine Pläne unterrichten.

          Aktienkurs hat verloren

          Plattner warb eindringlich für die im vergangen Herbst eingeleitete Strategiewende hin zu Cloud-Lösungen, die einen bis heute nicht aufgeholten Kursverfall der Aktie ausgelöst hatte. Er selbst sei als größter Aktionär davon getroffen. Corona aber habe den Trend hin zu Cloudlösungen so verstärkt, dass SAP habe reagiere müssen. Die Strategie von Vorstandssprecher Christian Klein sei eng mit dem Aufsichtsrat abgestimmt worden und sei nach wie vor richtig. Mit dem neu zusammengesetzten Vorstand habe der Konzern jetzt eine Führungsmannschaft zusammen, die diese Strategie auch mit „vollem Einsatz und als Team“ umsetzen werde.

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