https://www.faz.net/-gqe-6kwaf

Software AG : „Für Innovationen braucht man Entwickler und Akquisitionen“

  • Aktualisiert am

Karl-Heinz Streibich Bild: Marcus Kaufhold

Die beiden Chefs des zweitgrößten deutschen Softwarekonzerns sprechen über die Konsolidierung der Branche, Dividenden und die Frage, wie Deutschland Weltmeister werden kann.

          Herr Streibich, im Jahr 2007 haben Sie Webmethods und 2009 IDS Scheer gekauft. Ist die Software AG nun bis auf weiteres mit der Integration dieser Zukäufe beschäftigt - oder haben Sie schon wieder Feuerkraft?

          Die Integration von Webmethods ist vollständig abgeschlossen, und wir sehen, dass sich die Umsätze dort in den ersten sechs Monaten 2010 auf Rekordniveau bewegen. Das gilt auch für die Profitabilität des Geschäftsbereiches.

          Und bei IDS Scheer?

          Dort sind wir mit der Integration sehr gut unterwegs, und wir glauben, die Arbeiten im Laufe des nächsten Jahres abgeschlossen zu haben. Sehr erfreulich ist, dass wir die dem Kapitalmarkt avisierten Kostensynergien erreichen werden und wir auch schon in den ersten Quartalen sehr erfreuliche Geschäftsabschlüsse mit einer Produktkombination aus Webmethods und dem IDS-Scheer-Kernprodukt Aris abschließen konnten.

          Aber generell gilt, dass Akquisitionen dieser Größenordnung Management-Ressourcen binden ...

          ... dementsprechend sind wir davon überzeugt, dass größere Akquisitionen zeitlich so zu takten sind, dass die jeweils letzte Akquisition zunächst integriert sein muss, bevor wir uns einem neuen Zielunternehmen zuwenden sollten.

          Die Vorstandsumbildung hat zuletzt für einige Irritationen gesorgt?

          Die aktuelle Führungsstruktur, die wir uns in der Software AG gegeben haben, setzt sich aus zwei Gremien zusammen: dem Vorstand und dem Group Executive Board. Für eine Gesellschaft unserer Größenordnung halten wir es für zielgerichtet, den Vorstand, der die aktienrechtliche Verantwortung trägt, überschaubar zu halten. Im Group Executive Board vereinen wir die operative Verantwortung der einzelnen Geschäftsbereiche. Damit erreichen wir zwei Ziele. Zum einen trägt diese Struktur dem Umstand Rechnung, dass unsere Strategie auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtet ist. Zum anderen können wir so ein attraktives Paket für erfahrene Manager schnüren, die wir für die Software AG gewinnen wollen.

          Warum sind Zukäufe überhaupt wichtig?

          Diese Frage beinhaltet mehrere Aspekte. Erstens: Innovation. Wir sind der Überzeugung, dass Innovation durch zwei Komponenten betrieben wird. Zum einen durch die eigenen Entwickler, zum anderen durch Akquisitionen. Kein Unternehmen kann für sich in Anspruch nehmen, alle sich am Horizont abzeichnenden Markttrends stets korrekt vorhersehen zu können. Daraus folgt unmittelbar, dass bestimmte Marktentwicklungen zunächst besser abgewartet werden, um zu verstehen, ob sich diese Themen am Markt durchsetzen. Und zweitens: Größe und Skaleneffekte.

          In welcher Hinsicht bringen sie die Software AG voran?

          Die IT-Industrie befindet sich auf der Welt in einer Konsolidierungsphase. Wir sehen, dass gerade in der Software-Branche in erheblichem Umfang Skalenvorteile realisiert werden können. Diese Skalenvorteile haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Profitabilität der IT-Unternehmen und damit auf Aktienkurse und Marktwerte. Dies steht in unmittelbarem Zusammenhang damit, dass den Kunden mit der bestehenden Vertriebsmannschaft zusätzliche Produkte angeboten werden können und die Software AG sich als strategischer Partner bei den Kunden positionieren kann.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.