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Bürovermieter : Softbank erwägt Mehrheit an Wework

Büros von Wework in Washington Bild: AFP

Das japanische Beteiligungsunternehmen Softbank diskutiert nach Medienberichten mit dem amerikanischen Bürovermieter Wework eine weitere Beteiligung von bis zu 20 Milliarden Dollar. Die Aktie von Softbank verliert an der Börse in Tokio deutlich.

          Softbank Group, das japanische Beteiligungsunternehmen, erwägt eine Mehrheitsbeteiligung am amerikanischen Bürovermieter Wework und eine Investition von 15 Milliarden bis 20 Milliarden Dollar. Das berichtet die Zeitung „Wall Street Journal“ unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Die Gespräche der beiden Unternehmen seien im Gang und könnten noch scheitern, heißt es.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Softbank und Wework kommentierten die Nachricht am Mittwoch nicht. Die Aktie von Softbank Group verlor im Morgenhandel in Tokio 3,3 Prozent auf 10.350 Yen.

          Unkonventionelle Investitionen

          Softbank hatte mit dem vor allem von Saudi-Arabien gestützten Vision Fonds schon im vergangenen Jahr 4,4 Milliarden Dollar in Wework investiert und im August mit einer Wandelanleihe 1 Milliarde Dollar nachgelegt. Mit einer weiteren Investition von 20 Milliarden Dollar würde Softbank ein Viertel des gewaltigen Beteiligungsfonds in ein einziges Unternehmen stecken und das Risiko konzentrieren. Die bisherige Linie, Minderheitsbeteiligungen in viele Technologieunternehmen zu streuen, würde sich ändern.

          Softbanks Gründer Masayoshi Son hat mit dem Vision Fonds von knapp 100 Milliarden Dollar die Szene der Risikofinanzierer aufgemischt. Der charismatische Son setzt bei seinen oft unkonventionell erscheinenden Anlagen nach eigenem Bekunden viel auf sein Gespür. Das mag erklären, warum er Gefallen an dem Bürovermieter Wework findet und seine Unternehmen in Tokio ermutigt, in Büroraum des Anbieters einzuziehen.

          Wework wurde 2010 gegründet mit der Strategie, Büroraum langfristig anzumieten und in einer hippen und modernen Atmosphäre aufgeteilt an junge Gründer und andere Kleinunternehmen kurz- bis mittelfristig unterzuvermieten. Obwohl im klassischen Immobiliengeschäft tätig, gibt Wework sich den Anschein eines Tech-Unternehmens mit großen Plänen für weitere Investitionen. Wework bewirtschaftet nach eigenen Angaben global mehr als 450 Räumlichkeiten in 90 Städten. In der vorerst letzten Investitionsrunde wurde das Unternehmen mit rund 20 Milliarden Dollar bewertet.

          Saudi-Arabien ist an dem von Softbank aufgelegten Vision Fonds mit 45 Milliarden Dollar beteiligt. Das Land bereitet sich darauf vor, sich mit einer gleichhohen Summe an einem zweiten Vision Fonds Softbanks zu beteiligen. Das hatte Kronprinz Mohammed Bin Salman, der Vorsitzende des saudischen Investitionsfonds, vor wenigen Tagen der Nachrichtenagentur Bloomberg gesagt.

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