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Société Générale : BNP Paribas prüft Übernahme

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Société hatte 1999 schon einmal einen Übernahmeversuch von BNP abgewehrt Bild: REUTERS

Der Millionenbetrug bei der Société Générale hat aus der zweitgrößten Bank Frankreichs einen Übernahmekandidaten gemacht. Jetzt melden sich die ersten potentiellen Käufer. Man werde die Bank nicht irgendeinem „Räuber“ überlassen, sagt der Sprecher von Präsident Sarkozy.

          Die französische Bank BNP Paribas schließt eine Übernahme des von einem Handelsskandal erschütterten Konkurrenten Société Générale nicht grundsätzlich aus. „Wir prüfen das, weil alle europäischen Banken es prüfen“, sagte ein BNP-Sprecher am Donnerstag.

          Branchenexperten bewerteten ein mögliches Zusammengehen der Geldhäuser positiv. Die französische Regierung bekräftigte unterdessen, dass sie einem ausländischen Übernahmeversuch nicht tatenlos zusehen würde.

          Es wäre der zweite Übernahmeversuch

          Der BNP-Sprecher bestätigte einen Bericht der Zeitung „Le Monde“. In Finanzkreisen hieß es zuvor, dass eine Offerte nicht auszuschließen sei, wohl aber nicht unmittelbar bevorstehe. Société hatte 1999 schon einmal einen Übernahmeversuch von BNP abgewehrt. Seitdem gab es immer wieder Spekulationen über eine Fusion der beiden Banken.

          Société Générale wirft dem Händler Jerome Kerviel vor, die Bank durch Börsen-Zockereien um 4,9 Milliarden Euro gebracht zu haben. Analysten halten auch zahlreiche ausländische Institute wie Santander, BBVA und HSBC für potenzielle Interessenten. Italiens größte Bank UniCredit schließt unternehmensnahen Kreisen zufolge eine Offerte aus. Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme ab.

          Die Société Générale keinem Räuber überlassen

          Ein Sprecher des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy betonte, die Frage einer Übernahme stelle sich nicht. Société Générale hat sich als stark genug bezeichnet, um unabhängig zu bleiben. Entschiedenen Widerspruch französischer Politiker erntete der luxemburgische Ministerpräsident und Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, der in einem Radiointerview gesagt hatte, ein ausländischer Bieter mit guten Plänen wäre kein Anlass zur Sorge.

          „Der Staat wird nicht einfach zusehen und Société Générale irgendeinem Räuber überlassen“, sagte Sarkozy-Berater Henri Guaino dem Fernsehsender BFM. Europaminister Jean-Pierre Jouyet betonte, bei wichtigen Wirtschaftszweigen wie der Finanzindustrie sei es normal, dass der Staat ein Auge darauf behalte, in wessen Hand sich das französische Geld befinde.

          Die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde soll am Montag einen ersten Bericht über den Skandal bei Société Générale vorlegen. Darin soll sie auch Empfehlungen aussprechen, wie die Handelsgeschäfte der Banken durch eigene und fremde Kontrollen besser überwacht werden können.

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