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Fernverkehr : Warum die Bahn so unpünktlich ist

Ein ICE der Bahn rast durch Niedersachsen. Bild: dpa

So unpünktlich waren die Fernzüge in diesem Jahr noch nicht. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

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          Die Klimaanlagen in Zügen funktionieren diesen Sommer recht zuverlässig, dennoch kann die Deutsche Bahn nicht aufatmen. Im Juli musste der Konzern im Fernverkehr einen neuen Tiefpunkt in Sachen Pünktlichkeit verzeichnen: Nur 72,1 Prozent der ICE- und IC-Züge kamen im vergangenen Monat planmäßig an. Das ist der bisher niedrigste Wert in diesem Jahr.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Die extremen Temperaturen hätten zu mehr Störungen an Fahrzeugen und Infrastruktur geführt, teilte die Bahn am Donnerstag in Berlin mit. Es habe jedoch weniger hitzebedingte Ausfälle gegeben als in früheren Vorjahren. Im Juli 2017 waren noch 78,5 Prozent der Fernzüge pünktlich gewesen.

          Pendler können derweil nicht mehr klagen als sonst, denn im Regionalverkehr blieb die Pünktlichkeit im Juli stabil. Eine Bahnsprecherin sagte, es habe sich zwar ausgezahlt, Züge und Gleistechnik besser auf die Hitze vorzubereiten und mehr Mitarbeiter auf Bahnhöfen, in Zügen, Leitstellen und Werken einzusetzen.

          Für die Schwierigkeiten im Fernverkehr gebe es jedoch viele externe Ursachen: ein Großbrand nach Trockenheit Ende Juli bei Kassel, der zur Sperrung der Nord-Süd-Schnellfahrstrecke führte, sowie ein Kabeldiebstahl bei Köln und ein Polizei-Großeinsatz in Erfurt mit jeweils stundenlangen Streckensperrungen. Zu Verspätungen kommt es auch wegen der vielen Baustellen im Netz.

          Derweil muss sich die Bahn eine Abmahnung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes gefallen lassen. In einem Werbefilm wirbt sie derzeit für ihr neues Angebot, das einem Fahrgast mit Fernverkehrs-Fahrschein jetzt auch ohne Bahncard am Start- und Zielort die Nutzung der städtischen Verkehrsmittel ohne Aufpreis erlaubt. Nach Auffassung des Verbandes wird in dem Werbefilm nicht deutlich, dass nicht alle deutschen Städte teilnehmen, sondern nur das zentrale Stadtgebiet von 126 Städten abgedeckt ist. „Viele Verbraucher nehmen die Einschränkungen des Geltungsbereiches nicht wahr und fahren ungewollt schwarz“, kritisieren die Verbraucherschützer.

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