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Transparenz digitaler Briefe : Im Darknet der Deutschen Post

Wie viel von der Persönlichkeit wird gesammelt? Die Frage stellt sich nun auch bei den Angeboten der Deutschen Post aus ihrer Bonner Zentrale. Bild: Reuters

Mit einem verlockenden Angebot bewirbt die Post ihren digitalen Briefversand. Doch Briefe mit sensiblen Informationen landen ohne Wissen der Empfänger als digitale Kopien auf Rechnern der Post. Mit dem Datenschutz ist das nur schwer zu vereinbaren.

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          Für Versicherer, Banken und Unternehmen, die Abermillionen Briefe verschicken, klingt es nach einem unwiderstehlichen Angebot: Die Deutsche Post gewährt ihnen einen satten Zusatzrabatt von 3 Cent für jeden Brief, den sie als PDF-Datei auf die Rechner des gelben Riesen laden. Diese digitalen Kopien will die Post dann, schneller als den Papierbrief, elektronisch an die Empfänger weiterleiten. Natürlich nicht als simple ungeschützte E-Mail, sondern nur dann, wenn es auf der anderen Seite ein E-Post-Konto für eine sichere Verbindung gibt. Von einer „Brückentechnologie“ ist die Rede und davon, die alte Briefwelt und die neue digitale Welt unter einen Hut zu bringen. „Wir verbinden das Beste aus beiden Welten“, verspricht der Konzern.

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Seit Jahresbeginn hat er die digitale Kopie im Angebot. „Das Produkt wurde erfolgreich eingeführt, und Kunden zeigen großes Interesse“, sagte ein Postsprecher. Eine andere Frage ist, ob die Kombination aus digitaler und analoger Welt auch das Beste für Menschen ist, die Wert auf den Schutz ihrer persönlichen Daten legen. Wer auf das Briefgeheimnis vertraut, kommt ins Grübeln: Mit jeder digitalen Kopie landen sensible persönliche Informationen auf den Servern der Post: Kontostände, Gesundheitsdaten, Übersichten über Telefonverbindungen, Versicherungsinformationen und was noch so in den Briefen steht, die Unternehmen an ihre Kunden verschicken.

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