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Salzgitter : So denkt Deutschlands zweitgrößter Stahlhersteller über Zölle

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Im Werk der Salzgitter-AG in Niedersachsen Bild: dpa

Salzgitter hat einen satten Gewinn vorgelegt. Aber was, wenn Stahl aus Asien, der eigentlich für Amerika gedacht war, plötzlich in der EU landet?

          In den angekündigten amerikanischen Strafzöllen auf Stahlimporte sieht der Chef der Salzgitter AG, Jörg Fuhrmann, eine echte Bedrohung für die Branche. Wenn der Stahl, der zukünftig nicht mehr in die Vereinigten Staaten exportiert werden könne, in den EU-Markt gedrückt würde, könne es sehr gefährlich werden, sagte Fuhrmann am Freitag in Salzgitter. „Aber ich gehe davon aus, dass die EU-Kommission genau das erkannt hat und rechtzeitig Maßnahmen ergreifen wird, die auch wirken“, sagte der Vorstand von Deutschlands zweitgrößtem Stahlhersteller.

          Die direkten Auswirkungen der Maßnahmen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump auf sein Unternehmen seien zwar vorhanden, aber begrenzt, betonte Fuhrmann dabei. Zumindest sieht der Stahlkocher keinen Grund, seine gute Prognose für das laufende Geschäftsjahr zu ändern. Sollte aber Stahl etwa aus Südkorea oder der Türkei in die EU schwemmen, könne das den Markt und in der Folge auch das Ergebnis der Salzgitter AG schädigen.

          „Wenn die EU genau das tut, was die europäische Stahlindustrie erwartet, dann denke ich, dass sich auch Thema Nervosität an der Börse relativ schnell wieder legen wird“, zeigte sich Fuhrmann zuversichtlich. Der Vorstandschef verwies auf erfolgreiche Schutzmaßnahmen in der EU auf den existenzbedrohenden Import-Tsunami aus China vor zwei Jahren. Die EU-Kommission müsse Handelsschutzmaßnahmen ergreifen und für bestimmte Länder Quoten festlegen. Bei einer Überschreitung würden dann Zölle anfallen.

          Der Blick auf das eigene Unternehmen stimmte Fuhrmann dann auch wieder besser. In dem besten Jahr seit Beginn der Finanzkrise 2008 erzielte der Stahlproduzent einen Gewinn vor Steuern von rund 238 Millionen Euro. An dem im Vergleich zum Vorjahr mehr als vervierfachten Überschuss will das Unternehmen seine Aktionäre mit einer deutlich höheren Dividende beteiligen. Fuhrmann und Finanzvorstand Burkhard Becker schlugen am Freitag eine um satte 50 Prozent gesteigerte Ausschüttung von 0,45 Cent pro Aktie vor.

          Größter Profiteur wäre das Land Niedersachsen, das mit gut einem Viertel größter Aktionär bei dem Stahlhersteller ist. Dem Plan muss die Hauptversammlung Ende Mai noch zustimmen. Die Salzgitter AG beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 25.000 Mitarbeiter.

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