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Smartphones : Alle gegen Apple

Der größte Kontrahent des iPhones: Samsungs neues Galaxy S4 Bild: dpa

Im Smartphone-Geschäft werden die Karten ständig neu gemischt. Der langjährigen Nummer eins aus Kalifornien macht die Konkurrenz schwer zu schaffen. Der unangenehmste Herausforderer kommt aus Korea.

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          Die Interviewer wollten in einer vor kurzem veröffentlichten Umfrage wissen, wie Menschen andere Menschen materiell wahrnehmen. Die Befragten sollten den Satz ergänzen: „Das Erste, was Leuten an mir besonders auffällt, ist ...“ Zur Auswahl standen vier Möglichkeiten.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          12 Prozent entschieden sich für die Antwort „mein Auto“. 13 Prozent glaubten: Die Uhr ist es. 19 Prozent verwiesen auf ihre Kleidung. Und 56 Prozent sagten: Mein Handymodell ist das Erste, was den Leuten an mir besonders auffällt.  In der Altersgruppe der Befragten unter 18 Jahren lag die Quote derjenigen, die ihr Telefon nannten, sogar bei 82 Prozent.

          Das Mobiltelefon als neues Statussymbol: In der Vergangenheit war damit vor allem das iPhone gemeint. Schon wenige Jahre nach dessen Markteinführung im Jahr 2007 kursierten Meldungen, Apples Smartphone habe das Automobil hinsichtlich des Prestigeeffekts überholt. Es waren goldene Jahre für die Amerikaner und schlimme für die Wettbewerber.

          Apple geht es blendend

          Eine Antwort auf das innovative Multimediahandy mit Touch-Bildschirm hatte zunächst keiner von ihnen. Vielmehr gerieten Marktführer und -schwergewichte gehörig ins Trudeln. Jahrelang galt Blackberry als unangefochtene Nummer eins unter Topmanagern. Gar jahrzehntelang durfte sich der finnische Nokia-Konzern Handy-Weltmarktführer nennen. Das ist alles vorbei: „Sie haben sich zu lange auf ihren früheren Erfolgen ausgeruht“, resümierten Fachleute.

          Inzwischen stellen sich Branchenbeobachter und Aktionäre eine Frage, die noch vor einem Jahr als vollkommen lächerlich abgetan worden wäre: Droht Apple das gleiche Schicksal? Nun, dem kalifornischen Unternehmen geht es blendend. Einem Konzern, der 137 Milliarden Dollar in seiner Kasse hortet, kann man alles vorhalten - nur nicht, dass er sich schlecht entwickelt hat.

          Das iPhone gehört nach wie vor zu den Smartphones, die sich auf der ganzen Welt am besten verkaufen. Im dritten Quartal 2012 setzten die Kalifornier 27 Millionen Stück ab. Und für viele Apple-„Fanboys“ ist es noch immer das Statussymbol schlechthin. Doch den Nimbus der Unverletzlichkeit gibt es nicht mehr.

          Der Goldlack blättert

          Der Goldlack rund um die Smartphone-Festung in Cupertino im Silicon Valley blättert. Seit einem halben Jahr mehren sich die Indizien, dass sogar Apple, auch wenn es früher von einem „iGod“ wie Steve Jobs geleitet wurde, in Wirklichkeit ein ganz normales Unternehmen sein könnte: ein Unternehmen, das sich im Konkurrenzkampf bewähren muss.

          Den deutlichsten Hinweis liefert die Aktie. Seit 2009 kannte der Kurs nur eine Richtung: nach oben. Seit Herbst 2012 geht es aber nur noch nach unten. Die Aktionäre verloren in kurzer Zeit viele Milliarden Euro, und Apple musste Ende Januar sogar den Titel „wertvollstes Unternehmen der Welt“ wieder an den Ölkonzern Exxon-Mobil abgeben.

          Üblicherweise schiebt man die Schuld an solchen Entwicklungen der Vorstandsetage zu. Doch der Nachfolger von Jobs, Tim Cook, hat nicht wirklich viel falsch gemacht. Auf sein Konto gehen zwar Fehler wie die mangelhafte Karten-App in der Neuauflage des Betriebssystems iOS. Das kratzte erheblich am Ruf der vermeintlich stets perfekten Unternehmens.

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