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Verbraucher „belästigt“ : Hohes Bußgeld gegen Sky

Bild: dpa

Die Bundesnetzagentur erhebt schwere Vorwürfe: Wegen unerlaubter Telefonwerbung muss Sky Deutschland wieder zahlen - diesmal 250.000 Euro. Das Medienunternehmen kommt immer mehr in Schwierigkeiten.

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          Der Bezahlsender Sky Deutschland gerät weiter ins Abseits. So hat die Bundesnetzagentur gegen das Medienunternehmen ein Bußgeld in Höhe von 250.000 Euro verhängt – wegen unerlaubter Telefonwerbung. In scharfen Worten kommentierte Behördenleiter Jochen Homann am Montag die Entscheidung: „Sky hat das Verbot unerlaubter Telefonwerbung wiederholt missachtet und Verbraucher teilweise in erheblicher Weise belästigt. Gegen solche Wiederholungstäter verhängen wir hohe Bußgelder.“ Schwer gelitten hat Sky zuletzt schon wegen des überraschenden Verlusts wichtiger Rechtepakete im Fußball (Champions League) und aufgrund von ärgerlichen Übertragungspannen während Fußballspielen auf der Internet-Plattform Sky Go. 

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Bundesnetzagentur teilte mit, dass sie gegen das Unternehmen in der Vergangenheit wiederholt vorgegangen sei und mehrfach Bußgelder verhängt habe. Die Geldstrafe hat diesmal fast maximale Höhe. Nach Informationen der Behörde sollen zuletzt rund 1000 Anzeigen wegen der unerlaubten Werbeanrufe eingegangen sein. Geworben worden sei von Sky selbst und externen Call-Centern für TV-Abonnements. Neukunden sollten akquiriert und Altkunden zurückgewonnen werden. Anrufen habe vielfach keine Werbeeinwilligung der Verbraucher zugrundegelegen.

          Fragwürdige Verhältnisse

          Sky bestätigte der F.A.Z. den Erhalt des Bußgeldbescheids. Das Unternehmen wolle die Aussagen nun detailliert prüfen und danach über Rechtsmittel entscheiden. Offenbar aber herrschen in der Organisation fragwürdige Verhältnisse. Die Bundesnetzagentur teilte mit, man könne belegen, dass Sky kein geeignetes System zur Verarbeitung und Dokumentation von Werbewiderrufen etabliert habe. Seit Monaten wird das Unternehmen umstrukturiert.

          Nach Auskunft der Bundesnetzagentur hat diese erstmals 2009 ein Verfahren wegen unerlaubter Werbeanrufe gegen Sky eingeleitet. Gegenstand der Verfahren war jeweils eine kleinere Anzahl an Werbeanrufen. In zwölf Verfahren wurden Geldbußen verhängt in einer Gesamthöhe von 161.500 Euro. Diese Bußgelder sind rechtskräftig.

          Der amerikanische Kabelnetzbetreiber Comcast hatte im Jahr 2018 die Sky-Gruppe komplett gekauft. Seither laufen in den verschiedenen Tochterunternehmen tiefgreifende Umstrukturierungsmaßnahmen. Auch der langjährige Deutschland-Chef Carsten Schmidt wird gehen. Das Geschäftsmodell des Deutschland-Ablegers könnte ganz scheitern, wenn Sky in der Vergabe der Bundesliga-Fußballrechte im nächsten Jahr für die vier Spielzeiten von der Saison 2021/22 an ebenfalls leer ausgehen sollte. Gerade erst war herausgekommen, dass Sky die Übertragungsrechte  an der hochkarätigen Champions League im Fußball zukünftig nicht mehr wahrnehmen kann. Von der Saison 2021/22 werden auf dem deutschen Markt die Streamingdienste Amazon Prime und Dazn die Livespiele zeigen.

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