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Skandalhändler Jérôme Kerviel vor Gericht : Anklage verlangt vier Jahre Haft

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Jérôme Kerviel auf dem Flur des Gerichts während einer Verhandlungspause Bild: Reuters

Im Prozess um heimliche Milliardenspekulationen bei der französischen Großbank Société Générale hat die Staatsanwaltschaft vier Jahre Haft für den angeklagten Börsenhändler Jérôme Kerviel gefordert. Ein weiteres Jahr solle zur Bewährung ausgesetzt werden, verlangten die Ankläger.

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          Die Staatsanwaltschaft blieb damit am Donnerstag vor dem Gericht in Paris leicht unter der möglichen Höchststrafe von fünf Jahren Gefängnis. Kerviel soll durch ungenehmigte Spekulationsgeschäfte bei der Société Générale Anfang 2008 einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro verursacht haben. Der Anklagevertreter nannte Kerviel in seinem Plädoyer am Donnerstag einen Lügner, Manipulator und Zyniker, der unerlaubterweise Handelspositionen von etwa 50 Milliarden Euro aufgebaut habe.

          Die Staatsanwaltschaft blieb mit ihrer Strafmaßforderung leicht unter der möglichen Höchststrafe von fünf Jahren Gefängnis ohne Bewährung. Eine Geldstrafe forderten sie nicht - hier wären bis zu 375.000 Euro möglich. Möglicherweise berücksichtigten sie dabei, dass die Société Générale am Vortag angekündigt hatte, von Kerviel den gesamten Verlustbetrag von 4,9 Milliarden Euro zurückfordern zu wollen.

          Der 33-Jährige Kerviel muss sich seit Anfang Juni vor Gericht wegen Vertrauensmissbrauchs, Fälschung und betrügerischer Eingabe von Daten in das Computersystem der Bank verantworten. Er wirft seinen Vorgesetzten bei der Bank vor, von seinen Spekulationen gewusst und diese geduldet zu haben, solange er Gewinne gemacht habe.

          Die Bank wiederum räumt zwar Schwächen in ihrem Kontrollsystem ein, hält Kerviel aber klar für den Schuldigen, weil der die Spekulationen geschickt verschleiert und seine Vorgesetzten belogen habe. Kerviel hatte das für Händler der Société Générale übliche Risiko um ein Vielfaches überschritten - nach Angaben der Bank um das 25.000-Fache.

          Kerviels Prozess endet am Freitag mit dem Plädoyer seiner Verteidiger. Das Urteil wird voraussichtlich erst in einigen Monaten verkündet.

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