https://www.faz.net/-gqe-9sx30

Siemens : Seltsame PR für Joe Kaeser

  • -Aktualisiert am

„Ich liebe es für Joe zu arbeiten“, sagt Sarah Hashish über Siemens-Chef Kaeser Bild: Twitter/Hashish

„Awesome Joe“: Wie viel Lob erträgt ein Chef? Siemens testet die Grenzen aus.

          1 Min.

          Wie sehr dürfen Untergebene ihre Chefs loben? Im Zweifel kriegen die davon nie genug, lautet eine alte Regel aus der Karrierefibel. Großkonzerne leisten sich ganze Abteilungen, um ihre Vorstände im hellstem Licht erstrahlen zu lassen. So auch Siemens, wo in diesen Tagen eine besonders eifrige Öffentlichkeitsarbeiterin von sich reden macht: Sarah Hashish, die persönliche Kommunikationsberaterin des Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Ägypterin preist ihren Chef auf Social-Media-Kanälen, als gäbe es kein Morgen. Nun werden PR–Leute genau dafür bezahlt. Aber Hashish, seit zwölf Jahren in Diensten von Siemens in Deutschland, setzt neue Maßstäbe. Bisweilen klingt sie mehr nach Groupie als nach PR-Beraterin, wenn sie Botschaften über ihren Chef in die Welt raustwittert, etwa über den „phantastischen Joe Kaeser“ (kurz: „awesome Joe“) und das wahnsinnige Glück, ihn durch das anstrengende Managerleben begleiten zu dürfen: „Ich liebe es, für Siemens und für Joe zu arbeiten.“

          Ihre Aufgabe ist es, den Vorstandschef rundum zu betreuen, was öffentliche Auftritte betrifft. Das setzt zweifelsfrei ein Vertrauensverhältnis voraus, weswegen Hashish sich damit brüstet, dass sie zu der Handvoll Leute im Umfeld Kaesers gehöre, die „den Menschen hinter dem CEO“ kennen, den sie als einen der „wichtigsten Unternehmensführer unserer Zeit“ feiert. So großartig sei der Manager und dabei so glaubwürdig und demütig.

          Im Verhältnis zur Praxis in anderen Dax-Konzernen klingt das alles einigermaßen eigenartig. Endgültig seltsam wird es, da die PR-Spezialistin nun einen langen Aufsatz über ihre eigene Person und ihre Aufgabe ins Internet gestellt hat – als Reaktion auf das Getuschel um sie und ihre Rolle an der Seite Kaesers, wie sie zur Begründung schreibt. Sie müsse sich gegen rufschädigende Gerüchte und persönliche Beleidigungen wehren, denen sie sich als „Muslima, Araberin und Frau“ ausgesetzt sieht, argumentiert Hashish.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bologna, 19. Januar: Massendemonstration der Bürgerrechtsbewegung der „Sardinen“ gegen Matteo Salvini und die Lega

          Regionalwahlen in Italien : Wo und wer ist denn nun das Volk?

          Fällt die „Rote Emilia“ oder gerät Salvini auf seinem Marsch auf Rom ins Stolpern? Gewinnt der frühere Innenminister mit seiner rechts-nationalistischen Allianz in der Emilia Romagna, könnte es Neuwahlen in Italien geben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.