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Siemens neue Personalchefin : Die Anglerin

Judith Wiese ist seit neustem Mitglied des Vorstands der Siemens AG. Bild: Jan Roeder

Die neue Siemens-Personalchefin vermisst im Lockdown die Nähe zu den Mitarbeitern. Dabei wäre diese bitter nötig. Judith Wiese hat schließlich eine Kulturrevolution zu führen.

          5 Min.

          Gespür ist gefordert. Das entwickelt Judith Wiese eigentlich Tag für Tag – wird ihr gegenwärtig allerdings nicht leichtgemacht. In Zeiten von Homeoffice kann sie die Menschen nicht treffen, ihnen die Hand nicht schütteln; sie vermisst die Mimik und Gestik ihrer Gesprächspartner; es kommen keine „Vibes“ rüber. Das Menschelnde fehlt, ausgerechnet einer Personalvorständin, die Judith Wiese seit 1. Oktober bei Siemens ist. Derlei Entbehrungen lassen ihr allmählich doch die Decke auf den Kopf fallen.

          Rüdiger Köhn
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Dabei ist die Einarbeitung bestens gelaufen. Sie hat sich in ein neu aufgestelltes Vorstandsteam unter Führung von Roland Busch eingefügt, was durch die vorübergehende Öffnung vor dem zweiten Lockdown noch befördert wurde. In den ersten drei Monaten ihres Siemens-Daseins hatte sie keinen Grund zur Klage. Mit Ausnahme von Haudegen und Finanzvorstand Ralf Thomas hat sie sich in einer ähnlichen Ausgangslage wie die Vorstandskollegen gesehen, die ebenfalls neu angetreten sind oder neue Verantwortungen übernommen haben. Wiese ist indes die Einzige, die von außen kommt. Alle hatten zunächst viel Denk- und Strategiearbeit zu bewältigen.

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