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Stellenabbau bei Siemens : Gewerkschaft macht Druck mit Autokorso durch Berlin

  • Aktualisiert am

Beschäftigte des Siemens-Werks demonstrieren Mitte November in Berlin. Bild: dpa

Mit SPD-Chef Martin Schulz will die IG Metall an diesem Vormittag in Berlin gegen die Siemens-Sparpläne protestieren. Viele Stellen sollen wegfallen. Im Tarifstreit um Arbeitszeiten gibt es wohl Warnstreiks.

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          600 Siemens-Betriebsräte und weitere Beschäftigte aus ganz Deutschland wollen an diesem Donnerstag in Berlin gegen die Einschnitte bei dem Konzern protestieren. Die Gewerkschaft IG Metall erwartet rund 2500 Menschen, darunter SPD-Chef Martin Schulz. Am frühen Morgen ist ein Autokorso durch Berlin geplant. Anlass ist die jährliche Siemens-Betriebsrätetagung in Neukölln.

          Der Konzern hatte angekündigt, weltweit 6900 Stellen abzubauen, davon 870 in Berlin. Der Konzern reagiert damit auf schlechter laufende Geschäfte in der Kraftwerks- und Antriebstechnik.

          Die IG Metall kündigte Widerstand gegen den massiven Stellenabbau an. Gewerkschaftschef Jörg Hofmann sagte der „Süddeutschen Zeitung“, seine Organisation werde „nun ordentlich Krawall machen“. Der Konzern solle über Investitionen Jobs schaffen. „Wir werden die Beschäftigten ganz bestimmt nicht alleine ihrem Schicksal überlassen“, sagte Hofmann. Vage blieb Hofmann, ob es zu Streiks bei dem Konzern kommt. „Streik bleibt immer das letzte Mittel“, sagte er.

          Warnstreiks zu Tarifverhandlungen geplant

          Hofmann äußerte sich auch zur Tarifrunde für die knapp vier Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie. Obwohl die Verhandlungen erst Mitte November begonnen haben und die Friedenspflicht noch bis Ende Dezember läuft, räumte er ein, dass seine Gewerkschaft schon jetzt die Warnstreiks plant. „Das gibt’s natürlich“, sagte er. Dies sei kein Ritual, „sondern wir brauchen den Druck“.

          Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld und will, dass die Beschäftigten ihre Arbeitszeit auf Wunsch verkürzen können – inklusive finanziellem Zuschuss für bestimmte Gruppen. Die Arbeitgeber halten die Forderung für deutlich zu hoch und wollen vor allem auch den finanziellen Ausgleich nicht leisten. Sie verlangen stattdessen bei den Arbeitszeitregeln mehr Flexibilität auch nach oben.

          Stellenabbau bei Großkonzern : Siemens-Mitarbeiter wollen kämpfen

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