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Experten zweifeln : Können die Russen die Siemens-Turbinen in Betrieb nehmen?

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Befinden sich unter diesen blauen Planen auf der Krim die beiden anderen der vier „verschwundenen“ Siemens-Gasturbinen? Bild: Reuters

Russland hat zwei Gasturbinen von Siemens auf die annektierte Krim-Halbinsel gebracht. Doch ob die russischen Ingenieure diese überhaupt in Gang bringen können, ist zweifelhaft.

          Kurios: Können die von Russland auf die annektierte Krim-Halbinsel gebrachten Siemens-Gasturbinen vielleicht gar nicht in Betrieb genommen werden? Fachleute melden zumindest Zweifel an. Kein russisches Unternehmen hat es nach Informationen des Finanzdienstes Reuters bislang geschafft, eine Siemens-Turbine ohne die Hilfe des Herstellers zum Laufen zu bringen.

          Zehn Branchenspezialisten sagten, dass ein Start der Turbinen ohne Siemens-Ingenieure oder Partner des deutschen Konzerns ein harter Test für die technische Findigkeit Russlands seien. Das Unterfangen dürfte zudem kostspielig werden. Außerdem begebe sich Moskau damit auf ein rechtliches Minenfeld.

          Siemens klagt in Russland

          „Ohne Siemens wird es mühevoll werden“, sagte ein Branchenkenner. Die Mehrheit der Spezialisten vertrat gleichwohl die Meinung, dass eine Inbetriebnahme allein durch russische Unternehmen machbar sei - auch wenn sie dies zuvor noch nie versucht hätten.

          Mindestens zwei Siemens-Gasturbinen, die eigentlich für ein Projekt auf der südrussischen Halbinsel Taman bestimmt waren, sind auf der Halbinsel Krim aufgetaucht, die im Jahr 2014 von Russland besetzt wurde. Das Land unterliegt deshalb Wirtschaftssanktionen.

          Siemens reichte in Moskau Klage gegen seinen russischen Abnehmer Technopromexport (TPE) ein. Siemens sieht sich als Opfer seines russischen Kunden. Dieser ist Generalunternehmer sowohl für das nie gebaute Kraftwerk auf Taman, für das Siemens insgesamt vier Turbinen lieferte, als auch für die auf der Krim geplanten Projekte. TPE hatte erklärt, es habe die Turbinen für die Krim auf dem Zweitmarkt gekauft. Sie seien von russischen Spezialisten modernisiert worden.

          Die Regierung in Moskau steht auf dem Standpunkt, dass es sich um Turbinen aus russischer Produktion handele, die deshalb keinen Sanktionen unterlägen. Präsident Wladimir Putin hat versprochen, die Stromversorgung auf der Krim sicherzustellen und will dort deshalb zwei Gaskraftwerke bauen.

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