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Milliardenauftrag für Siemens : Auf der Picadilly-Linie rollen bald deutsche Züge

  • Aktualisiert am

Das Logo der Londoner U-Bahn ist am 02.11.2010 in London vor dem Big Ben zu sehen. Bild: dpa

Siemens hat einen Milliardenauftrag für die Londoner U-Bahn an Land gezogen. Das deutsche Unternehmen soll fast 100 neue Züge liefern – und steht dabei vor großen Herausforderungen.

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          Die Modernisierung der weltbekannten Londoner U-Bahn hat Siemens einen Großauftrag eingebracht: Für 1,5 Milliarden Euro soll der Münchner Konzern 94 neue U-Bahn-Züge liefern. Sie sollen ab 2023 auf der Piccadilly-Linie verkehren. Das teilte Siemens am Dienstag mit. Die Londoner Verkehrsbetriebe TfL (Transport for London) hatten Siemens im Sommer als bevorzugten Bieter ausgewählt.

          Die „Tube“ ist die älteste U-Bahn der Welt, die Piccadilly-Linie ging 1906 in Betrieb. Ein Zweig verbindet die britische Hauptstadt mit dem Flughafen Heathrow. Derzeit werden nur auf dieser einen Linie etwa 700.000 Menschen pro Tag befördert.

          Die U-Bahn-Züge von Siemens trügen „maßgeblich dazu bei, die Kapazität und den Durchsatz auf der Piccadilly Line zu erhöhen“, erklärte die Chefin der Siemens-Sparte Mobility, Sabrina Soussan. Gleichzeitig böten sie den Fahrgästen einen „deutlich gesteigerten Komfort“. Nigel Holness, Geschäftsführer von London Underground, will mit den neuen Zügen auch „der steigenden Verkehrsnachfrage der wachsenden Londoner Bevölkerung gerecht werden“. 

          Konkurrenz aus aller Welt ausgestochen

          Die derzeitigen Züge stammen aus dem Jahr 1975 und haben ihre eigentlich vorgesehene Betriebsdauer von 40 Jahren bereits überschritten. Die neuen Siemens-Züge sollen deutlich komfortabler sein. Die Anforderungen sind jedoch hoch. So will TfL die Kapazität der Linie um 60 Prozent erhöhen, um bis zu 21.000 Fahrgäste pro Stunde mehr als bisher.

          Anlass ist unter anderem das rasche Bevölkerungswachstum. Bis 2030 könnte der Großraum London nach Prognosen 10 Millionen Einwohner haben, noch einmal 1,5 Millionen mehr als bisher. Insgesamt will TfL 250 neue Züge für die vier sogenannten Deep-Tube-Linien anschaffen, die tief unter der Erdoberfläche in engen Tunneln fahren.

          Siemens sticht mit dem Auftrag Konkurrenten wie Alstom aus Frankreich, Bombardier aus Kanada oder Hitachi aus Japan aus. Siemens und Alstom wollen ihre Bahntechnikgeschäfte fusionieren.

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