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Neue Geschäftszahlen : „Es gibt noch viel zu tun“, sagt der Siemens-Chef

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Siemens-Chef Joe Kaeser im Oktober 2018 in Moskau Bild: Reuters

Das deutsche Traditionsunternehmen Siemens meldet ein mäßiges Ergebnis. Eine Kennzahl macht aber in jedem Fall Hoffnung.

          Der operative Gewinn von Siemens ist im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 abgebröckelt. Das angepasste EBITA aus dem Industriegeschäft ging von Oktober bis Dezember um sechs Prozent auf ungefähr 2 Milliarden Euro zurück, wie der Konzern an diesem Mittwoch vor der Hauptversammlung in München mitteilte. Das lag unter den Erwartungen der zuvor befragten Analysten.

          Grund dafür waren vor allem unerwartet starke Gewinneinbrüche in der Kraftwerks-Sparte Power & Gas und im Energiemanagement. Der Nettogewinn fiel um beinahe die Hälfte auf 1,12 Milliarden Euro, nachdem Siemens vor einem Jahr mit mehr als einer Milliarde Euro vom Verkauf von Osram-Aktien und von der Steuerreform in Amerika profitiert hatte.

          Der Umsatz stieg auf vergleichbarer Basis um zwei Prozent auf mehr als 20 Milliarden Euro. Mut macht Siemens der Auftragseingang, der dank zahlreicher Großaufträge um 13 Prozent auf 25,2 Milliarden Euro sprang und damit die Prognosen der Experten übertraf. Vorstandschef Joe Kaeser erklärte, das zeige „das Vertrauen der Kunden in die Leistungsfähigkeit“ des Konzerns. „Es gibt aber noch viel zu tun, um in allen Geschäften führende Margen zu erreichen.“

          Kaeser hatte den neu zugeschnittenen Sparten im vergangenen Jahr neue mittelfristige Renditeziele vorgegeben. Im ersten Quartal lag die bereinigte Marge im Industriegeschäft mit 10,6 (Vorjahr: 11,4) Prozent unter dem Zielwert für das Geschäftsjahr 2018/19 (Ende September). Siemens strebt bei einem „moderaten Umsatzwachstum“ eine operative Marge von elf bis zwölf Prozent an. 

          Kaeser ist indes für die Fusion der Zug-Sparte mit dem französischen Rivalen Alstom nicht zu weiteren Zugeständnissen bereit. „Es ist für alle Beteiligten gut, wenn sie gelingt. Wir werden sie aber nicht um jeden Preis suchen“, sagte er laut Redetext während der Vorstellung der Quartalszahlen in München. Siemens und Alstom hatten Ende der vergangenen Woche noch einmal nachgebessert, um die EU-Kommission in letzter Minute umzustimmen. „Nun ist es an den Wettbewerbsbehörden zu entscheiden“, sagte Kaeser. „Und es wird interessant sein zu sehen, ob die Zukunft der Mobilität in Europa durch rückwärtsgerichtete Technokraten oder aber von zukunftsorientierten Europäern bestimmt wird.“ Die Entscheidung fällt bis zum 18. Februar.

          In ähnlichen Worten hatte Kaeser bereits am Wochenende auf Twitter Kritik an EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager geübt, die der Fusion ablehnend gegenübersteht. Wenn der Zusammenschluss zum zweitgrößten Zughersteller der Welt nicht zustande komme, habe Siemens auch noch andere Möglichkeiten, sagte Kaeser, ohne diese zu nennen. „Wir können uns aus einer Position der Stärke heraus alle Optionen ansehen.“ Unternehmenskreisen zufolge erwägt Siemens, die Zugsparte dann allein an die Börse zu bringen.

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