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Strukturwandel im Handel : Shopping-Center in der Krise

Einkaufsvergnügen 2020: Im Frankfurter Einkaufszentrum My Zeil Bild: Hannah Aders

Weil es in den Einkaufs-Centern leer bleibt, geht die größte Friseurkette insolvent und die Harmonie zwischen Mietern und Vermietern ist verflogen. Daran ist nicht nur Corona schuld.

          4 Min.

          Die Insolvenz der größten deutschen Friseurkette Klier hat großes Aufsehen erregt. Noch ist nicht klar, wie viele der mehr als 8000 Arbeitsplätze und 1200 Filialen in Deutschland überleben. Eindeutig ist aber, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Friseursalons auch mit einem Standortnachteil zu tun hatten: Vor allem die Filialen in deutschen Einkaufszentren blieben leer, hatte Geschäftsführer und Erbe Michael Klier in der F.A.Z. schon früh gewarnt: Das Wachstum neuer Läden in neuen deutschen Einkaufszentren sei ins Stocken geraten. Generell bescheinigte Klier derartigen Shopping-Centern eine gewisse Sättigung.

          Jonas Jansen
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
          Michael Psotta
          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

          So wirft die Klier-Insolvenz ein Licht auf die aktuelle Krise der insgesamt rund 500 deutschen Einkaufszentren. Sie hatten sich seit den sechziger Jahren als stolze und große Einkaufstempel oftmals an den Stadträndern, teils aber auch in innerstädtischen Lagen etabliert. Dass sie gegenwärtig unter Kundenflucht leiden, hat auch, aber nicht nur mit der Corona-Krise zu tun. Schon zuvor hatten die Einkaufszentren überwiegend unter der Konkurrenz des Online-Handels zu leiden. Das Institut für Handelsforschung (IFH) Köln, ein Marktforschungs- und Beratungszentrum für den Einzelhandel, sieht in der Digitalisierung eine „Stärkung der Bequemlichkeit der Kunden“: Befeuert worden seien das Online-Shopping und der wohnortnahe Kauf, sagte IFH-Geschäftsführer Boris Hedde der F.A.Z. Wegen der Corona-Krise würden die Konsumenten nun zunehmend in den Online-Kanal wechseln.

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