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Sheryl Sandberg : Facebook-Managerin wird Vorbild für junge Karrierefrauen

  • -Aktualisiert am

Sheryl Sandberg, Vorbild ehrgeiziger Frauen Bild: Gyarmaty, Jens

Vor einem Jahr schrieb Facebook-Managerin Sheryl Sandberg ihren Bestseller „Lean In“. Für Deutschlands Frauen ist er inzwischen die Karriere-Bibel: Hört auf zu heulen, hängt euch rein!

          Als Lena Ulbricht schwanger wird, steckt sie mitten in der Promotion. Die Politologin forscht am Wissenschaftszentrum Berlin zum Thema Bildungspolitik, strebt eine wissenschaftliche Karriere an und schmiedet spätabends in der Bibliothek große Zukunftspläne. Doch mit der Schwangerschaft kommt sie ins Grübeln: Sind die Pläne noch realistisch, jetzt, wo bald das Kind kommt? Wäre es nicht besser, mehr darauf zu achten, wo die Arbeitszeiten vertretbar, die Bedingungen flexibel sind? Schaffe ich das alles überhaupt?

          Um die Verwirrung zu überwinden, tut sie, was Intellektuelle eben so tun, wenn sie nicht mehr weiterwissen: Lesen. Kurze Zeit später sind ihre Prioritäten wieder klar. „Jetzt denke ich wieder, wo ist der interessantere Job, was will ich gesellschaftlich erreichen, und dann organisiere ich das halt so, dass es passt“, sagt die Wissenschaftlerin.

          Den Ausschlag für Ulbrichts Entschluss gab ein Buch. „Lean In - Frauen und der Wille zum Erfolg“ von Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin bei Facebook, erschienen Anfang 2013. Sandberg, selbst Abziehbild der perfekten Karrierefrau, fordert die Frauen darin auf, sich im Beruf so richtig „reinzuhängen“ („lean in“), damit endlich mehr von ihnen in Machtpositionen gelangen. Sie beschreibt persönlich und anekdotenreich: mit welchen Widrigkeiten Frauen im Arbeitsleben zu kämpfen haben, dass viele Leute erfolgreiche Frauen „unsympathisch“ finden, und auch die Kleinigkeiten Partnerwahl und Kinderkriegen spielen eine Rolle. Sandbergs These: Mit dem richtigen Mann, der richtigen Mischung aus Charme und Selbstbewusstsein und vor allem mit dem rechten Willen zum Erfolg können Frauen es ganz nach oben schaffen.

          Sheryl Sandberg hat einen Nerv getroffen

          Damit hat Sheryl Sandberg einen Nerv getroffen. Ulbricht, deren Tochter mittlerweile ein Jahr alt ist, fühlte sich nach der Lektüre ertappt: „Im Nachhinein war es schon ziemlich Banane, zuerst über diese Probleme mit der Vereinbarkeit nachzugrübeln“, sagt sie. Und sie ist kein Einzelfall. Frauen auf der ganzen Welt erkennen sich wieder in Sandbergs Buch und betrachten ihre Ratschläge als praktische Lebenshilfe. Das Buch hat sich seit seinem Erscheinen vor rund einem Jahr mehr als eineinhalb Millionen Mal verkauft. Der Vortrag, auf dem es aufbaut, wurde im Internet weit über vier Millionen Mal angeklickt.

          Und unter Karrierefrauen hierzulande entwickelt sich „Lean In“ zur Bibel: „Bei mir im Umfeld gibt es wohl keine Frau, die das nicht gelesen hat“, sagt Christine Rupp, Partnerin bei der Unternehmensberatung Strategy& (ehemals Booz&Company). Sandbergs Ratschlag, sich reinzuhängen und vor allem nicht zu früh aufzugeben, legt Rupp jeder ehrgeizigen Frau ans Herz: „Ich beobachte so oft, dass Kolleginnen von vorneherein davon ausgehen, Familie und Karriere, das geht nicht. Das Buch gibt einen tollen Impuls, sich da mehr zuzutrauen.“ Den Erfolg des Buches erklärt sich die Unternehmensberaterin mit dem Gemeinschaftsgefühl, das es auslöst: „Es gibt den Frauen das Gefühl: ihr seid nicht allein. Es ist okay, über diese Probleme offen zu reden - aber ihr müsst auch etwas machen.“

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