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Fusionen : Kleiner Ölpreis, große Konzerne

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Abgefackeltes Gas auf einem Ölfeld in North Dakota Bild: AP

Für 64 Milliarden Euro will Shell einen Konkurrenten kaufen. Das folgt einem alten Muster: Wenn der Ölpreis tief steht, schließen sich die Konzerne zusammen. Und werden umso größer.

          Es ist immer wieder das gleiche Spiel: Fällt der Ölpreis, schließen sich die Ölkonzerne zusammen – und falls der Ölpreis wieder steigt, stehen sie umso größer da. So geht es jetzt in der Milliardenübernahme von Shell und dem britischen Gaskonzern BG. Öl ist billig, und Shell kauft BG. Es ist nicht die einzige große Öl-Übernahme der vergangenen Monate: Halliburton kaufte Baker Hughes für 35 Milliarden Dollar, Repsol aus Spanien zahlte 8,3 Milliarden für „Talisman Energy of Canada“. All das liegt mit am Ölpreis.

          Wäre der Ölpreis nicht so tief, hätte sich Shell den Konkurrenten möglicherweise gar nicht leisten können. Auch heute noch bietet Shell 64 Milliarden Euro für den Gaskonzern BG – und verpasst damit die Liste der zehn größten Unternehmensfusionen aller Zeiten nur knapp. Doch zu Zeiten eines höheren Ölpreises wäre BG noch deutlich teurer gewesen als die 64 Milliarden Euro von heute.

          Der Gaskonzern hat noch mehr Probleme als den Ölpreis, aber die Entwicklungen auf dem Ölmarkt haben den Unternehmenswert deutlich gedrückt. Als im vergangenen Mai der Ölpreis noch in alten Höhen stand, war BG an der Börse rund ein Drittel mehr wert als heute.

          Auch der Wert von Shell ist gesunken. Aber eines ist nicht mit gefallen: Die Bargeld-Bestände des Unternehmens in Höhe von rund 20 Milliarden Euro, die jetzt rechnerisch immerhin für rund ein Drittel des Kaufpreises reichen. So wird die Übernahme leichter.

          Dieser Trend zeigt sich auch in der Geschichte der Ölkonzerne. Rund 15 Jahre lang gab es keine derartigen Großfusionen. Doch in der Zeit davor lief es ähnlich: Ende der 90er-Jahre hatte sich der Rohöl-Preis in einem zweijährigen Abwärtstrend halbiert. Dann folgten innerhalb von zwei Jahren gleich vier Großfusionen.

          Damals übernahm BP Amoco und Arco, Chevron schloss sich mit Texaco zusammen und aus der Übernahme von Mobil durch Exxon entstand der größte Ölkonzern der Welt, der lange Jahre das wertvollste Unternehmen der Welt war.

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