https://www.faz.net/-gqe-81xmy

Fusionen : Kleiner Ölpreis, große Konzerne

  • Aktualisiert am

Abgefackeltes Gas auf einem Ölfeld in North Dakota Bild: AP

Für 64 Milliarden Euro will Shell einen Konkurrenten kaufen. Das folgt einem alten Muster: Wenn der Ölpreis tief steht, schließen sich die Konzerne zusammen. Und werden umso größer.

          Es ist immer wieder das gleiche Spiel: Fällt der Ölpreis, schließen sich die Ölkonzerne zusammen – und falls der Ölpreis wieder steigt, stehen sie umso größer da. So geht es jetzt in der Milliardenübernahme von Shell und dem britischen Gaskonzern BG. Öl ist billig, und Shell kauft BG. Es ist nicht die einzige große Öl-Übernahme der vergangenen Monate: Halliburton kaufte Baker Hughes für 35 Milliarden Dollar, Repsol aus Spanien zahlte 8,3 Milliarden für „Talisman Energy of Canada“. All das liegt mit am Ölpreis.

          Wäre der Ölpreis nicht so tief, hätte sich Shell den Konkurrenten möglicherweise gar nicht leisten können. Auch heute noch bietet Shell 64 Milliarden Euro für den Gaskonzern BG – und verpasst damit die Liste der zehn größten Unternehmensfusionen aller Zeiten nur knapp. Doch zu Zeiten eines höheren Ölpreises wäre BG noch deutlich teurer gewesen als die 64 Milliarden Euro von heute.

          Der Gaskonzern hat noch mehr Probleme als den Ölpreis, aber die Entwicklungen auf dem Ölmarkt haben den Unternehmenswert deutlich gedrückt. Als im vergangenen Mai der Ölpreis noch in alten Höhen stand, war BG an der Börse rund ein Drittel mehr wert als heute.

          Auch der Wert von Shell ist gesunken. Aber eines ist nicht mit gefallen: Die Bargeld-Bestände des Unternehmens in Höhe von rund 20 Milliarden Euro, die jetzt rechnerisch immerhin für rund ein Drittel des Kaufpreises reichen. So wird die Übernahme leichter.

          Dieser Trend zeigt sich auch in der Geschichte der Ölkonzerne. Rund 15 Jahre lang gab es keine derartigen Großfusionen. Doch in der Zeit davor lief es ähnlich: Ende der 90er-Jahre hatte sich der Rohöl-Preis in einem zweijährigen Abwärtstrend halbiert. Dann folgten innerhalb von zwei Jahren gleich vier Großfusionen.

          Damals übernahm BP Amoco und Arco, Chevron schloss sich mit Texaco zusammen und aus der Übernahme von Mobil durch Exxon entstand der größte Ölkonzern der Welt, der lange Jahre das wertvollste Unternehmen der Welt war.

          Weitere Themen

          Drohnen-Angriff sorgt für Ölpreis-Anstieg Video-Seite öffnen

          Saudi-Arabien : Drohnen-Angriff sorgt für Ölpreis-Anstieg

          Nach den Drohnenangriffen auf zwei Ölanlagen in Saudi-Arabien wird mit einem Anstieg der Ölpreise gerechnet. Die Angriffe verschärfen die angespannte Lage in der Golfregion und führten zum Einbruch der Ölproduktion in Saudi-Arabien.

          Topmeldungen

          Braunkohlekraftwerk Jänschwalde hinter dem ehemaligen Braunkohletagebau Cottbus-Nord

          Details des Klimapakets : Wer hat’s erfunden?

          Kommenden Freitag soll das Klimapaket beschlossen werden. Um die entscheidenden Details wird bis zuletzt gerungen: Offen ist vor allem die Frage, wie viel die Tonne CO2 kosten soll.
          Der frühere türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu trat am Freitag mit fünf anderen Politikern aus der AKP aus.

          Austritte aus der AKP : Rebellion gegen Erdogan

          Einige prominente Politiker sind aus der türkischen Regierungspartei AKP ausgetreten, um ihre eigenen Bewegungen zu gründen. Für den türkischen Präsidenten Erdogan könnte es eng werden.
          Christian Pirkner, Chef des Bezahldienstes Blue Code

          Angriff auf Google Pay : „Ich liebe unmögliche Missionen“

          Bisher zahlt kaum jemand mit dem Smartphone. Doch der Unternehmer Christian Pirkner will dem mobilen Bezahlen in Europa zum Durchbruch verhelfen – und legt sich dabei sogar mit Google und Apple an.
          Schild vor dem Trump Hotel in Washington, 21. Dezember 2016

          Klage von Hoteliers : Hat Donald Trump die Verfassung gebrochen?

          Trump schädige ihr Geschäft, indem er Diplomaten nötige, in seinen Hotels abzusteigen, monieren Gaststättenbetreiber. Damit haben sie vor einem New Yorker Gericht einen Etappensieg errungen. Nun könnte der Surpreme Court den Fall an sich ziehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.