https://www.faz.net/-gqe-d9h

Sex-Affäre im Gellert-Bad : Imagedesaster für Ergo

Ergo-Werbung in Frankfurt Bild: Ergo

Die Enthüllung über die Orgie mit Prostituierten ist für den Ergo-Versicherungskonzern ein Desaster. „Unglaublich viel Spott“ habe sich der Konzern anhören müssen, sagt ein Sprecher. Jetzt will das Unternehmen seine Werbung herunterfahren.

          Die Sex-Affäre von Versicherungsvertretern der Hamburg-Mannheimer International (HMI) liegt Jahre zurück. Aber das mediale Nachspiel, eine Woche nach der Enthüllung über die Orgie mit mindestens 20 Prostituierten in der Budapester Gellert-Therme, ist für den Ergo-Konzern ein Imagedesaster. Kein Jahr ist es her, da hatte der Erstversicherer der Munich Re eine Werbekampagne ausgerollt, die auch die Botschaft ins Land tragen sollte, dass die Hamburg-Mannheimer heute Ergo heißt.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Viele Menschen kannten die Hamburg-Mannheimer vor allem dank ihrer Werbefigur, dem streng gescheitelten Herrn Kaiser („Gut, dass ich Sie treffe!“). Die millionenschwere Kampagne sollte Herrn Kaiser endlich vergessen machen. Doch nun wird der neue Werbeauftritt im Internet, im Fernsehen und auf Litfaßsäulen heruntergefahren. „Wir haben in den vergangenen Tagen unglaublich viel Spott eingesteckt“, sagt Alexander Becker, der Leiter der Ergo-Kommunikation. „Jetzt wollen wir nicht auch noch Öl ins Feuer gießen.“

          Becker spielt auf einen Artikel in der „Bild“ an. Das Boulevard-Blatt hatte unter der Überschrift „Hier kokst der Kollege von Herrn Kaiser“ Bilder veröffentlicht, die einen angeblich ranghohen HMI-Vertreter während einer Belohnungsreise auf Mallorca nebst einer jungen Frau zeigen: Zwischen Tequila-Gläsern ziehen beide feines weißes Pulver durch Geldscheine in ihre Nasen. Von Drogenexzessen war im Text die Rede. Der Ergo-Konzern, abermals in der Defensive, ließ schriftlich erklären, die veröffentlichten Fotos zeigten „ein Trinkspiel mit Salz, Tequila und Zitronensaft. Dazu gehört das Einschnupfen von Salz durch die Nase.“

          Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp will derzeit nicht für Ergo werben

          Nicht alle konnte diese Erklärung überzeugen. Der HMI-Botschafter, Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp, steht seit Bekanntwerden der Budapester Sex-Affäre einstweilen nicht mehr für Werbezwecke zur Verfügung. Und die Aufarbeitung mit all ihren womöglich auch strafrechtlichen, Konsequenzen wird noch lange dauern. Die Grundsatzfrage, ob mit der HMI überhaupt noch zusammengearbeitet werden kann, stellt sich Becker zufolge nicht: „Wir glauben, dass das ein singulärer Event war, unsere Vertreter stehen nicht unter Generalverdacht.“

          Auch die Ergo-Kampagne („Versichern heißt verstehen“) soll wiederkommen. Aber wohl erst, wenn Gras über die Sache gewachsen ist. „Wir halten an unserem Markenversprechen fest“, sagt Ergo-Sprecherin Alexandra Klemme.

          Weitere Themen

          Drohnen-Angriff sorgt für Ölpreis-Anstieg Video-Seite öffnen

          Saudi-Arabien : Drohnen-Angriff sorgt für Ölpreis-Anstieg

          Nach den Drohnenangriffen auf zwei Ölanlagen in Saudi-Arabien wird mit einem Anstieg der Ölpreise gerechnet. Die Angriffe verschärfen die angespannte Lage in der Golfregion und führten zum Einbruch der Ölproduktion in Saudi-Arabien.

          Topmeldungen

          Brexit-Treffen : Johnson blitzt bei Juncker ab

          Der britische Premierminister Johnson hatte Zuversicht verbreitet, doch seine Gespräche mit Kommissionschef Juncker blieben ohne konkretes Ergebnis. Das erste Treffen zwischen den beiden Politikern findet ein kurioses Ende.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.