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Verbrauchertäuschung : Offenbar Separatorenfleisch in Geflügelwurst deutscher Hersteller

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Ein neues Verfahren soll Separatorenfleisch in Wurstprodukten besser nachweisen. Bild: Esra Klein

Separatorenfleisch wird erzeugt, indem Tierkörper oder grob zerkleinerte Knochen mit Fleischresten gepresst werden. Hersteller müssen das auf der Verpackung kennzeichnen. Die Unternehmen weisen die Anschuldigungen zurück.

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          Deutsche Hersteller von Geflügelwurst sollen einem Medienbericht zufolge Separatorenfleisch – also zerkleinerte Schlachtreste – in Geflügelwurst und anderen Geflügelfleischprodukten verwendet haben, ohne dies wie vorgeschrieben zu kennzeichnen. Hierfür hätten Laboruntersuchungen „Indizien geliefert“, berichteten am Donnerstag NDR und „Spiegel“.

          Die beschuldigten Firmen des Schlachtkonzerns Tönnies dementierten die Vorwürfe.In einem gemeinsamen Statement der Franz Wiltmann GmbH & Co. KG und der Zur Mühlen Gruppe heißt es: „Diese Aussagen in den Berichten sind eindeutig falsch. In keinem der genannten Produkte wird Separatorenfleisch eingesetzt. Im Gegenteil: Der Einsatz von Separatorenfleisch in den genannten Produkten ist durch die Definition der Rohwaren sowie den Produktionsablauf ausdrücklich ausgeschlossen.“

          Auch zweifelten sie die Untersuchungsmethode an, die laut Stellungnahme keine gesicherten Erkenntnisse über den Einsatz von Separatorenfleisch liefere: „Die Redakteure wissen, dass sich die von Ihnen angeblich entdeckten Separatorenfleisch-Marker auch in anderen Fleischkomponenten finden, die ausdrücklich kein Separatorenfleisch sind. Es liegen Sachverständigen-Aussagen vor, die ausdrücklich vor einer falschen Interpretation der eingesetzten Methode warnen.“

          Neues Verfahren zur Erkennung von Separatorenfleisch

          NDR und „Spiegel“ ließen 30 Geflügelwurst- und Geflügelfleischproben verschiedener Hersteller vom Bremerhavener Hochschulprofessor Stefan Wittke untersuchen. Er habe ein neues Verfahren entwickelt, um Separatorenfleisch in Wurstprodukten nachzuweisen, berichteten die Medien. Bislang sei dies kaum möglich gewesen.

          Separatorenfleisch wird erzeugt, indem Maschinen Tierkörper oder grob zerkleinerte Knochen mit Fleischresten durch Lochscheiben hindurchpressen. Knochensplitter und Knorpelteile bleiben hängen, alle weichen Teile wie etwa Muskulatur, Fett und Bindegewebe oder auch Rückenmark werden abgepresst. Dabei entsteht eine breiartige Masse, die nur Centbeträge pro Kilogramm koste.

          Sprecher der in dem Bericht genannten Firmen erklärten gegenüber NDR und „Spiegel“, die neue Untersuchungsmethode der Hochschule Bremerhaven sei lediglich ein neuer wissenschaftlicher Ansatz zum möglichen Nachweis, der „keine solide Basis“ sei. Regelmäßige eigene Tests auf Basis anerkannter Methoden bewiesen das Gegenteil.

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