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Arbeiten als E-Scooter-Juicer : Digitale Sklaverei?

Mit dem Miettransporter zur Nachtschicht: Roller-Sammler in Hamburg Bild: action press

E-Scooter-Betreiber setzen auf Selbständige und Mini-Jobber, um ihre Flotten nachts aufzuladen. Das klassische Beschäftigungsverhältnis gerät in der Plattformökonomie unter Druck.

          3 Min.

          Es gibt einen neuen Beruf in Deutschland: den Juicer. Abends fährt er durch die Innenstädte in Köln, Frankfurt oder Berlin und sammelt die E-Scooter ein, um zu Hause deren Akkus aufzuladen und sie dann frühmorgens wieder auf die Straßen zu bringen. Über eine Smartphone-App sieht er, wo die Scooter mit niedrigem Ladestand stehen.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es gibt nur wenige Voraussetzungen, um als Juicer beim weltweit größten Anbieter Lime zu arbeiten: Man muss volljährig sein, ein Smartphone besitzen und einen Gewerbeschein haben. Lime bezahlt seine Juicer nach Stückzahl, zehn pro Abend dürfen sie mitnehmen, für jeden Scooter gehen 4 bis 5 Euro, je nach Stadt, auf ihrem Konto ein. Manche Anbieter stellen ihr Sammel- und Ladepersonal – beim Unternehmen Tier heißen sie Ranger, Voi spricht von Huntern, Bird von Chargern, Circ von „Fleet Support“ – auf Minijob-Basis ein, die meisten aber arbeiten selbständig.

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