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Marktführer Develey : Selbst zum Klima geben sie ihren Senf dazu

  • -Aktualisiert am

Eine Bratwurst mit Senf gönnt sich bisweilen auch mancher Flexitarier. Bild: Picture-Alliance

Der bekannte Senf- und Saucenfabrikant aus Bayern hat sich ehrgeizige Umweltziele gesteckt. Der Impuls kam von den Kindern des Geschäftsführers.

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          Die Develey Senf & Feinkost GmbH legt viel Wert auf Nachhaltigkeit. So hat der Senffabrikant aus Unterhaching im Landkreis München den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020 in der Kategorie „Unternehmen mittlerer Größe“ gewonnen. Mit einem Marktanteil von 40 Prozent ist Develey zudem der größte Hersteller der gelben Gewürzpaste vor Nestlé-Konkurrent Thomy in Deutschland, sagt Geschäftsführer Michael Durach.

          Das Familienunternehmen hat gerade sein 175. Jubiläum gefeiert, 1845 erfand Johann Conrad Develey den süßen Senf. Seitdem ist viel passiert. 1971 ging man etwa eine Partnerschaft mit McDonald’s ein. „Da haben einfach zwei gute Partner zusammengearbeitet“, sagt Durach. So entwickelte man eine Big-Mac-Sauce ohne Konservierungsstoffe. Noch heute beliefert Develey den amerikanischen Fastfood-Giganten mit Saucen, Dips und Dressings.

          Der Umsatz des Unternehmens, zu dem Löwensenf, Bautz’ner und zehn weitere Marken gehören, betrug 2019 mehr als 500 Millionen Euro, wie der Geschäftsführer berichtet. Coronabedingt wird er 2020 jedoch geringer ausfallen. „Es wird dieses Jahr weniger werden, weil wir durch unser Retailgeschäft nicht alles ausgleichen können“, sagt Durach.

          Authentisch dahinter stehen

          Das Unternehmen, das an 18 Standorten produziert und in 65 Länder exportiert, erzielt laut Durach 50 Prozent seines Umsatzes mit der Belieferung der Gastronomie, die mit der Pandemie stark zu kämpfen hat. Von den 2300 Mitarbeitern wurde niemand entlassen. Sie sind in der Nachhaltigkeitsstrategie von Develey der Schlüssel.

          „Dass man authentisch hinter den Dingen steht und es schafft, die Mitarbeiter für das Thema zu begeistern“, ist laut Durach das Wichtigste, um die 2008 selbstgesteckten Nullziele einzuhalten. Im Fokus stehen eine klimaneutrale Produktion an allen Standorten bis 2022, keine Verwendung von Palmöl und, keinen Deponiemüll mehr zu produzieren. Der Impuls dafür kam von den Kindern des Geschäftsführers, die sich für die Umwelt engagieren.

          „Sich 2008 hinzustellen und zu sagen, wir werden klimaneutral, war ein Schock für die ganze Mannschaft“, erinnert sich Durach. Innovative Kältekonzepte wurden umgesetzt und die Mitarbeiter zum Thema Nachhaltigkeit geschult. An allen deutschen Produktionsstandorten ist man schon 2020 klimaneutral.

          Eine halbe Million Bäume

          Im Auftrag von Develey werden zudem in den nächsten Jahren 500.000 Bäume gepflanzt. Außerdem gibt es einen fahrstuhlfreien Freitag; vorstellbar sei ein „Veggieday“. „Du musst dem Mitarbeiter nur die Wahl lassen und die Möglichkeiten schaffen“, sagt Durach.

          Die Spezies des klassischen Senfkonsumenten ist durch den zurückgehenden Fleischverbrauch freilich bedroht. Develey entwickelt deshalb vegetarische und vegane Ersatzprodukte für die wachsende Gruppe der Flexitarier.

          Der Artikel stammt aus dem Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“, das die F.A.Z. gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken veranstaltet.

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