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Kommentar zu Wirtschaftseliten : Das Problem mit dem Schweizer Filz

  • -Aktualisiert am

Die Postauto AG ist ein typischer Fall des Schweizer Filz – aber bei Weitem nicht der einzige. Bild: dpa

In der Schweiz bleiben die Eliten gerne unter sich, insbesondere in Politik und Wirtschaft. Auch – oder vor allem – dann, wenn es gegen ausländische Betriebe geht . Das hat teilweise direkte Folgen für deutsche Unternehmen.

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          Für deutsche Bierbrauer ist die Schweiz ein wunderbarer Markt. Mit dem Export von Beck’s, Erdinger, Bitburger & Co. erzielen sie überdurchschnittlich hohe Margen, der Hochpreisinsel sei Dank. Dabei haben sie leichtes Spiel, weil die meisten Schweizer Biere geschmacklich nicht viel hergeben. Dies ist nicht zuletzt eine Spätfolge des Bierkartells, das von 1935 bis 1991 für säuberlich verteilte Märkte und – mangels Konkurrenz – viel Langeweile im Glas sorgte.

          Während Deutschland schon 1957 mit dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen ein Kartellverbot verhängte, waren Preis- und Gebietsabsprachen in der Schweiz lange Zeit gang und gäbe. Erst 1996 bekannte sich die Regierung zu mehr Wettbewerb und erklärte bestimmte Abreden für unzulässig. Viel später als andere Länder und erst unter Druck aus dem Ausland verboten die Schweizer den Insiderhandel an der Börse. Die großen internationalen Konzerne passten sich an die neue Gesetzeslage rasch an. Schließlich spielten sie in ihren Auslandsgeschäften schon längst nach den marktwirtschaftlichen Regeln des Wettbewerbs, oft zum eigenen Vorteil.

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