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Unverhoffter Geldsegen : Schweizer Banken suchen Besitzer von 44 Millionen Franken

  • Aktualisiert am

Leeres Schließfach: Rund 2600 Schweizer Familien dürfen auf mehr hoffen. Bild: dpa

Einigen Schweizern könnte ein unverhoffter Geldsegen ins Haus stehen: Mit Hilfe des Internets suchen Institute die Besitzer von alten Kundengeldern und Bankschließfächern.

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          Ein Gesetz zur Einsicht in alte Schweizer Bankkonten könnte kurz vor Weihnachten mancherorts für einen unverhofften Geldsegen sorgen. Denn mit Hilfe einer Internetseite versuchen Schweizer Institute nun, Inhaber von Konten zu finden, die seit mehr als 60 Jahren ruhen, wie die Schweizerische Bankiervereinigung mitteilte. Auf der Internetseite könnten Erben und andere Berechtigte seit Mittwoch das Vermögen ihrer Ahnen ausfindig machen. Die Schweizer Banken haben auf der Seite gut 2600 Namen von Kunden publiziert, auf deren Konten ein Gesamtbetrag von rund 44 Millionen Franken schlummert. Mit angeführt sind auch rund 80 Schließfächer, deren Inhalt nicht bekannt ist.

          Um ihre Ansprüche geltend zu machen, sollten sich die potentiellen Erben nicht allzu lange Zeit lassen: Denn das Gesetz sieht vor, dass die Institute das Geld an den Staat überweisen müssen, wenn sich innerhalb einer Frist von einem oder fünf Jahren niemand meldet. „Mit der Publikation versuchen die Banken ein letztes Mal den Kontakt zum Kunden wiederherzustellen“, sagte der Chef der Schweizerischen Bankiervereinigung, Claude-Alain Margelisch. Die neue Regelung bringe jedoch auch für sie Vorteile: Schließlich hätten sie dann Rechtssicherheit im Umgang mit den sogenannten „nachrichtenlosen“ Kundengeldern.

          In den 90er-Jahren hatten die Diskussionen um eine Rückgabe des Vermögens von Holocaust-Opfern viele Schweizer Banken in Erklärungsnot gebracht. Ihnen wurde vorgeworfen, sie hätten die lange Zeit unangetasteten Konten austrocknen lassen und die rechtmäßigen Erben der Nazi-Opfer damit um ihr Vermögen gebracht. In den späten 90ern bezahlten die Banken 1,25 Milliarden Dollar im Gegenzug für die Einstellung der Verfahren.

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