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Tessiner BSI : Schweizer Bank verliert Lizenz wegen Geldwäsche

  • Aktualisiert am

BSI-Filiale in Zürich Bild: Reuters

Das Tessiner Bankhaus BSI hat gegen die Schweizer Geldwäscheregeln verstoßen. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht zieht den Stecker. Es geht um Geld des malaysischen Staatsfonds.

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          In einem der größten Schweizer Geldwäschefälle fahren die Behörden schwere Geschütze gegen die Bank BSI auf. In Singapur entzogen die Behörden BSI die Zulassung und ordneten an, dass das Institut in dem Stadtstaat geschlossen wird. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) zieht 95 Millionen Franken von BSI ein, wie sie am Dienstag mitteilte.

          Die Schweizer Bank habe in Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal rund um den malaysischen Staatsfonds 1MDB schwer gegen Geldwäschebestimmungen verstoßen. BSI-Chef Stefano Coduri und andere Top-Manager müssen ihren Hut nehmen.

          Es geht um Verwicklungen in eine Korruptionsaffäre des malaysischen Staatsfonds 1MDB. Der Fonds war 2009 vom malaysischen Regierungschef Najib Razak gegründet worden. Das „Wall Street Journal“ hatte vergangenes Jahr enthüllt, dass Najib 681 Millionen Dollar auf persönliche Konten überwiesen bekam. Er sagte, das Geld sei ein Geschenk der saudiarabischen Königsfamilie und zahlte das meiste zurück. Rücktrittsforderungen wies Najib zurück.

          Die Schweizer Aufsicht ermittelte seit vergangenem Jahr gegen die BSI. Laut Aufsichtsbehörde gab es von 2011 bis April 2015 „gravierende Mängel“ bei der Abklärung von Geschäften mit erhöhten Risiken mit dem Fonds. Die Herkunft von Vermögenswerten sei nicht abgeklärt, Transaktionen im Wert von hunderten Millionen Dollar nicht hinterfragt worden.

          Die Bank nahm für ihre Leistungen „überdurchschnittliche hohe und nicht marktübliche Gebühren“. Das Management habe nicht hinterfragt, warum ausländische Staatsfonds wie der 1MDB eine Bank wählten, die auf Privatkunden spezialisiert war, und warum sie dafür mehr zahlten als üblich. Die Bank zweifelte zudem nicht, als der Staatsfonds Geschäfte machte, deren „wirtschaftliche Gründe“ die Bank nicht „in genügendem Ausmaß abgeklärt hatte“. So seien 20 Millionen Dollar eingegangen, die der Kunde als „Geschenk“ deklarierte. Auf ein anderes Konto seien 98 Millionen Dollar eingezahlt worden, „ohne dass der wirtschaftliche Hintergrund erhellt wurde“.

          Mittel des Staatsfonds wurden laut Finma „typischerweise“ über extra aufgesetzte Zwischenstrukturen investiert. Die Bank habe dies unterstützt, um eine „erhöhte Vertraulichkeit zu erreichen“.

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