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Fußball-Held als Werbegesicht : Schweinsteiger in der Spielhölle

Hat schon für viel geworben, von der Minisalami bis zum Kartoffelchip: Bastian Schweinsteiger. Bild: dpa

Bastian Schweinsteiger soll das Image der Glücksspielbranche aufbessern. Ist das eine gute Idee?

          Gepriesen hat Bastian Schweinsteiger schon Minisalamis, Kopfhörer, Kartoffelchips und sogar den Börsenplatz Stuttgart. Schön und gut. Sein neuster Einsatz als Werbefigur könnte dem Fußball-Altstar und Weltmeister allerdings Ärger einbringen.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Jedenfalls stört sich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung daran, dass der 34 Jahre alte frühere Bayern-Profi auf Großplakaten, in Anzeigen und Spots im Fernsehen sowie im Internet für die Spielautomatenwirtschaft in Deutschland als „Botschafter“ wirbt. „Bekannte Sportler wie Bastian Schweinsteiger sollten eine Vorbildfunktion in der Suchtprävention übernehmen“, hieß es von der Fachbehörde, die zum Bundesgesundheitsministerium gehört. Angesichts der Risiken, die mit Glücksspiel verbunden seien, wäre es begrüßenswert, wenn sich bekannte Sportler für eine wirkungsvolle Suchtprävention einsetzten.

          Regulierung und illegale Anbieter

          Die Bundeszentrale gibt an, dass Glücksspiel in Deutschland weit verbreitet ist. Rund 40 Prozent der 16- bis 70-Jährigen würden angeben, im vergangenen Jahr Glücksspiele gespielt zu haben. Rund eine halbe Million Menschen dieser Altersgruppe hätten ein problematisches oder pathologisches Spielverhalten. Insbesondere unter jungen Menschen im Alter von 21 bis 25 Jahren sei problematisches Glücksspiel verbreitet.

          Und Schweinsteiger? Der soll das Image aufpolieren. Die Automatenwirtschaft braucht positive Gefühle. Dafür wurde der allseits beliebte Fußball-Held geholt, der seine Kickerkarriere in den Vereinigten Staaten ausklingen lässt.

          Seit mehreren Jahren steht die Branche unter Zugzwang, weil ihr staatliche Regulierung und illegale Anbieter in Hinterzimmerkneipen zusetzen. Seit dem vergangenen Jahr gelten härtere Gesetze, können Kommunen Spielhallen schließen.

          Nach einer Untersuchung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung stehen in Deutschland 255.000 Geldspielautomaten – 14.000 weniger als im Jahr 2014. Mitte November tritt zudem eine verschärfende Verordnung in Kraft: Verlustgrenzen und Maximalgewinne müssen sinken, es darf offiziell nicht mehr an mehreren Geräten gespielt werden.

          Also soll der faire Sportsmann Schweinsteiger das „saubere“ Zocken nach Recht und Gesetz propagieren. Zu möglichen Widersprüchen will er nichts sagen. Ein Anfrage an sein Management blieb unbeantwortet.

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