https://www.faz.net/-gqe-9mhax

Umsätze fallen weiter : Apple bleibt auf Schrumpfkurs

Fußgänger passieren das Apple-Logo an einem Geschäft des Elektronikherstellers in New York. Bild: Reuters

Das Geschäft mit dem iPhone bleibt auch in diesem Quartal Apples größter Schwachpunkt. Abermals muss der Konzern einen Umsatzrückgang melden. Die Wall Street ist dennoch zufrieden.

          2 Min.

          Der amerikanische Elektronikkonzern Apple hat am Dienstag nach Börsenschluss für das vergangene Quartal einen abermaligen Umsatzrückgang gemeldet. Größter Schwachpunkt war wie schon im Quartal zuvor das iPhone, das mit Abstand wichtigste Produkt des Unternehmens. Aber es gab auch gute Nachrichten: Die Zahlen fielen etwas besser aus als von Analysten erwartet, und für das kommende Quartal stellt das Unternehmen eine Rückkehr auf den Wachstumskurs in Aussicht. Die Wall Street zeigte sich zufrieden: Der Aktienkurs legte im nachbörslichen Handel zeitweise um rund fünf Prozent zu. Die Apple-Aktie hat nach einer Talfahrt in den Schlussmonaten 2018 seit Anfang dieses Jahres wieder mehr als ein Viertel an Wert gewonnen. Mit seinem Börsenwert liegt Apple allerdings derzeit hinter dem Softwarekonzern Microsoft. Dessen Marktkapitalisierung lag am Dienstag zum Handelsschluss zum ersten Mal bei mehr als einer Billion Dollar.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Apple meldete insgesamt für die vergangenen drei Monaten einen Umsatzrückgang von fünf Prozent auf 58,0 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 57,4 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn fiel sogar um 16 Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie von 2,46 Dollar war aber um zehn Cent besser als erwartet. Obwohl Umsatz und Gewinn niedriger waren als vor einem Jahr, nannte der Vorstandsvorsitzende Tim Cook die Zahlen „positiv“. Er führte einen Teil der Umsatzrückgänge auf negative Währungseffekte zurück und verwies darauf, dass sich in einigen Geschäften eine Erholung abzeichnet.

          Der Umsatz mit dem iPhone fiel im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent auf 31,1 Milliarden Dollar. Das war noch einmal schlechter als im vorangegangenen Quartal, als Apple ein Minus von 15 Prozent gemeldet hatte. Das iPhone steht für mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes. Cook sagte, in den letzten März-Wochen seien die Rückgänge niedriger ausgefallen. Die größte Schwächephase habe Apple mit dem iPhone im November und im Dezember erlebt, seither gehe es nach oben, und das sei ein „ermutigender Trend“.

          Apple erwartet für nächstes Quartal wieder Wachstum

          Cook machte auch Hoffnung auf eine Aufhellung in China, einem der wichtigsten Märkte für Apple. Hier gab es abermals einen deutlichen Umsatzrückgang von 22 Prozent, was aber besser war als im Quartal zuvor, als das Minus bei 27 Prozent lag. Cook sagte, in dem Land hätten sich Preissenkungen und ein neues Programm zum Eintauschen alter Geräte positiv ausgewirkt. Zudem sehe Apple eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China. Dies wirke sich auf die Stimmung der Verbraucher aus. „Wir haben ein viel besseres Gefühl als noch vor 90 Tagen,“ sagte Cook mit Blick auf China.

          F.A.Z. Digitec: jetzt testen!
          F.A.Z. Digitec: jetzt testen!

          Nehmen Sie die digitale Zukunft selbst in die Hand.

          Mehr erfahren

          Verglichen mit dem iPhone schlug sich Apple mit seinen anderen Produkten deutlich besser. Das immer wichtigere Geschäft mit Dienstleistungen brachte ein Umsatzplus von 16 Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar. Allerdings hat sich damit das Wachstum zum wiederholten Mal abgeschwächt. Zur Dienstleistungssparte gehören der App Store, in dem Anwendungen für Geräte wie das iPhone vertrieben werden, sowie Angebote wie der Bezahldienst Apple Pay oder die Musikplattform Apple Music. Erst im März hat Apple eine ganze Reihe neuer Produkte angekündigt, um dieses Geschäft weiter zu stärken. Zum Beispiel den Videodienst Apple TV+, der mit Netflix konkurrieren würde und von Herbst an verfügbar sein soll. Oder ein Online-Portal für Zeitschriften und Zeitungen mit dem Namen „Apple News+“.

          Das stärkste Wachstum schaffte Apple in der Sparte, zu der Produkte wie die Computeruhr Apple Watch und die kabellosen Airpod-Kopfhörer gehören. Hier stieg der Umsatz um 30 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. Der Umsatz mit dem Tabletcomputer iPad stieg um 22 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar, bei Macintosh-Computern gab es ein Minus von 5 Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar.

          Für das kommende Quartal sagte Apple einen Umsatz von 52,5 Milliarden bis 54,5 Milliarden Dollar voraus. Damit macht das Unternehmen Hoffnung, den Vorjahreswert von 53,3 Milliarden Dollar zu übertreffen und wieder Wachstum auszuweisen. Finanzvorstand Luca Maestri sagte, Apple erwarte eine Erholung im Geschäft mit dem iPhone und „starkes Wachstum“ in den anderen Produktkategorien.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sicherheitszone in Syrien : Kramp-Karrenbauer auf Konfrontationskurs

          Die Verteidigungsministerin fordert eine internationale Schutzzone in Nordsyrien – und schließt auch den Einsatz deutscher Soldaten dabei nicht aus. Damit irritiert sie die SPD und vor allem Außenminister Maas. Die Kritik lässt nicht lange auf sich warten. Auch der Kreml äußert sich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.