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Schwache Quartalszahlen : BASF bleibt pessimistisch

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Die Autoflaute vor allem in China und der Zollstreit zwischen Amerika und China setzen BASF immer mehr zu. Bild: dpa

Der Handelsstreit setzt dem Chemiekonzern BASF immer mehr zu. Der Umsatz ging im zweiten Quartal um 4 Prozent zurück. Das Unternehmen verdiente nur noch etwa halb so viel wie im Vorjahr. Ein Sparprogramm soll helfen.

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          Der Chemiekonzern BASF rechnet mit anhaltend schwierigen Zeiten. „Die weltweiten Risiken haben in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen“, sagte Vorstandschef Martin Brudermüller am Donnerstag am Unternehmensstandort Ludwigshafen. Die Autoflaute vor allem in China und der Zollstreit zwischen Amerika und China setzen BASF immer mehr zu. Hinzu kommt eine geringere Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln aufgrund schwieriger Witterungsbedingungen in Nordamerika. Außerdem warnte Brudermüller bereits im Juni im Gespräch mit der F.A.Z, das Unternehmen befinde sich im Umbau und brauche in Zukunft weniger Mitarbeiter.

          Mit Blick auf den Handelsstreit sagte Brudermüller bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen, „diese Konflikte werden zeitnah nicht gelöst werden und verursachen eine spürbare Verlangsamung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums weltweit, besonders in China“. BASF hatte bereits Anfang Juli die Prognose für das laufende Jahr wegen der Autoflaute und des Zollstreits zwischen Amerika und China kräftig zusammengestrichen. Im zweiten Quartal ging der Umsatz des Unternehmens gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres um 4 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro zurück.

          Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) hat sich mit einer Milliarde Euro fast halbiert. Nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter erhöhte sich der Gewinn nur dank eines Buchgewinns von 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr auf 6,5 Milliarden Euro. Um das Unternehmen profitabler zu machen, setzte das BASF-Management bereits im November ein neues Sparprogramm auf, das ab Ende 2021 zwei Milliarden Euro im Jahr zum operativen Gewinn (Ebitda) beisteuern soll.

          Brudermüller baut um

          Kosten einsparen will Unternehmenschef Martin Brudermüller etwa in der Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung. Zudem kündigte das Unternehmen Ende Juni an, bis Ende 2021 auf der ganzen Welt 6000 Stellen zu streichen. Das sind knapp fünf Prozent der 122.000 Arbeitsplätze, die BASF global Ende 2018 ausgewiesen hatte.

          Der seit mehr als einem Jahr amtierende BASF-Chef baut den Konzern um. 2018 stärkte er vor allem das Agrarchemiegeschäft, indem er für mehrere Milliarden Euro vom Rivalen Bayer bestimmte Pflanzenschutzmittel und verschiedene Saatgut-Arten erwarb, die dieser im Zuge der Monsanto-Übernahme abgeben musste.

          Gleichzeitig trennt sich BASF von Geschäftsbereichen. So haben die Ludwigshafener gerade ihre Kasseler Öl- und Gastochter Wintershall mit dem Konkurrenten Dea fusioniert. Im kommenden Jahr soll das Unternehmen an die Börse gebracht werden. Neben Wintershall stehen auch andere Geschäftsteile auf dem Prüfstand. So will der Chemiekonzern sich von seinem Bauchemiegeschäft trennen. Vor Jahresende soll eine Vereinbarung stehen. Auch vom Pigmentgeschäft verabschiedet sich das Unternehmen. Ziel ist es, eine Transaktion spätestens im Jahr 2020 abzuschließen.

          In der Chemiebranche werde nicht länger mit einer Erholung im zweiten Halbjahr gerechnet, sondern der Fokus verschiebe sich bereits auf die Schätzungen für 2020, schrieb Charles Webb von der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley. 2019 ist laut Jones für BASF ein herausforderndes „Transitjahr“. Allerdings sollten die kulturellen Änderungen, die der neue BASF-Chef gerade dabei ist einzuführen, in 12 bis 18 Monaten sichtbar werden, so Tim Jones von der Deutschen Bank.

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