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Glyphosat-Prozess : „Ich denke, ich wollte, dass Sie es trinken“

Abermalige Niederlage vor Gericht: Hauptsitz Des deutschen Chemiekonzerns Bayer. Bild: Reuters

Auch im dritten Gerichtsprozess um Glyphosat kassiert Bayer eine Schlappe, und 13.400 weitere Klagen stehen noch aus. Amerika droht für den Konzern zum Debakel zu werden – auch wegen der dort emotional geführten Verhandlungen.

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          Kurz nachdem im Gerichtssaal im kalifornischen Oakland verkündet wurde, dass Bayer mehr als zwei Milliarden Dollar an zwei krebskranke Ehepartner zahlen soll, hatte einer der Geschworenen einen Rat für die Verteidigung. Ein frustrierter Anwalt des Unternehmens fragte, was die Jury gern von seiner Seite gesehen hätte. Der Geschworene sagte, er hätte gerne demonstriert bekommen, dass Unkrautvernichtungsmittel mit dem Inhaltsstoff Glyphosat, die seit der Übernahme des amerikanischen Wettbewerbers Monsanto im vergangenen Jahr zu Bayer gehören, sicher sind. „Ich denke, ich wollte, dass Sie es trinken.“

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Corinna Budras

          Redakteurin in der Wirtschaft und für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Das war vielleicht nicht ganz ernst gemeint. Aber Vertreter der Jury machten nach dem Urteil klar, dass sie die wissenschaftlichen Experten der Klägerseite überzeugender fanden als diejenigen der Verteidigung. Und somit nicht der von Bayer auch in der Öffentlichkeit regelmäßig wiederholten Argumentation folgen, wonach Studien bewiesen hätten, dass Glyphosatprodukte bei sachgemäßer Anwendung sicher seien.

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